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Neues aus dem CVJM Sachsen

Ich will sie trösten

Monatsspruch November: 

Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Jeremia 31,9

Die Farbenpracht der Bäume säumt die Straßen. Ein schöner Anblick, denke ich, aber nicht mehr lang. Ein letzter Kraftakt, bevor der Winter hereinbricht. Der stille November ist im Anmarsch. Eigentlich ist November schon lange nicht mehr so still, wie er mal gedacht war. Die Menschen rennen, hasten und haben so viel zu tun. Vielleicht ist aber auch das in diesem Jahr ganz anders. Die Pandemie hat uns schon wieder fest im Griff und es heißt Rückzug, weniger ist mehr. Für einige Menschen eine echte Chance für mehr Stille, Einkehr, Zeit anders nutzen können oder müssen. Doch nicht alle werden diesem Rückzug etwas Positives abgewinnen können. Für manche sind die Wintermonate schon generell nicht die Lieblinge, in Coronazeiten aber vielleicht die absolute Horrorvorstellung.

Ein Instagram-Beitrag eines evangelischen Pfarrers, einem sogenannten „Sinnfluencer", hat mich vor Kurzem besonders bewegt, weil er so gut in diese Novembersituation passt. In einem Anflug von Traurigkeit über die vielen Dinge, die in der nahen Zukunft wieder nicht möglich oder planbar sein werden, spricht ihn seine Tochter an und sagt: „Guck mal, Papa, wie schön der Himmel ist, so blau!" Er bestätigt das lächelnd, worauf hin sie ihn fragt: „Im Himmel ist kein Corona, oder?" „Nein" sagt er und erkennt, dass diese Worte ihn mitten ins Herz getroffen haben. Im Himmel ist kein Corona, deshalb ist alles, was von oben, von Gott, kommt, völlig unverseucht: Glück, Segen, Mut, Liebe, Zuversicht, ... Daraufhin der Kommentar einer Leserin: „Der Himmel bleibt stabil!"

Was für eine großartige Predigt. Wenn ich dazu den Monatsspruch für November lese, ist eigentlich alles Wichtige für den Moment gesagt: Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Jer 31,9

Deshalb bete ich: Großer Gott, segne die Person, die diesen Text gerade liest. Schenke ihr Hoffnung und Mut immer wieder aufzustehen. Schenke ihr ein Lächeln und Liebe von anderen Menschen, dass sie diese Liebe an andere Menschen weitergeben kann.

Amen

Der Himmel bleibt stabil – deshalb will ich weitermachen und weitergeben, was von oben kommt.

Seid gesegnet,

Lydia

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"Suchet der Stadt bestes"

Monatsspruch Oktober: Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Jeremia 29,7

Kennt ihr das? Es gibt Worte, die einem einfach immer wieder über den Weg laufen. Dieser Vers aus dem Buch Jeremia ist so ein Wort. Zuerst begegnete es mir in einem CVJM-Ortsverein. Es war ein Leitmotiv für diesen Verein. Das imponierte mir. Ohne die Stelle auch nur irgendwie zu hinterfragen, nahm ich das für mich mit. Als ich später in Jena selbst für den CVJM tätig wurde, machte ich mir ohne langes Überlegen diesen Spruch selbst zum Leitmotiv. Nicht nur in Jena. In jeder Arbeit fand ich kein sinnvolleres Wort, um die Arbeit in Gottes Nähe zu rücken.

Nun ist es Monatsspruch und ich habe mir das dazugehörige Kapitel in der Bibel angesehen. Ich war plötzlich neugierig. Wo steht das eigentlich? Wer sagt das?

Jeremia. Natürlich. Er sagt es den Israeliten zu. Was mir neu deutlich wird: Er sagt es ihnen nicht in ihrer Heimat zu. Er sagt es ihnen dort, wo sie gerade sind – entführt, in der Fremde, entwurzelt.

Es ist faszinierend – er fordert dies von den Israeliten in der Fremde. Das war sicherlich eine bittere Pille. Doch ist es nicht auch heute noch so? Sind wir als Christen nicht auch ein Stück weit in der Fremde? Mir wurde in den letzten Wochen dieser Aspekt noch einmal deutlich. Ich bin vor mehr als 20 Jahren aus Chemnitz fortgegangen. Ich verlies die Stadt, in die ich nun im vergangenen Jahr zurückkehren durfte. Aber es ist nicht diese Stadt, die ich verließ. Die Uhr hat sich weiter gedreht und ich bin ein anderer geworden. Kannte ich früher die Clubs der Stadt, so sind es heute vielmehr die christlichen Gemeinden. Vollkommenes Neuland für mich. So entdecke ich eine Stadt, die mir fremd ist. Ist das nicht bei euch auch so? Sind nicht sogar unsere Heimatstädte ein Stück weit Fremde? Mit Sicherheit – sind doch auch wir nicht länger Bürger dieser Welt, vielmehr Bürger des Himmels. Und als solche können wir diese Aufforderung auch an uns gerichtet erleben:

Für die Stadt / den Ort um uns herum das Beste suchen und für sie beten.

An diese Aufgabe ist auch eine Verheißung geknüpft. Und damit meine ich nicht nur diese kurze Anmerkung, dass es uns dann wohl ergehen würde. Genauer wird Jeremia hier in Vers 11: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung." Frieden, Zukunft und Hoffnung sind uns gewiss, wenn wir uns auf ihn einlassen. Lasst uns für unsere Kommunen beten!

Funfakt: Vers 11 ist der Ehespruch meiner Frau und mir. 

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Versöhnung

Monatsspruch September 2020:
„Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat." 2. Korinther 5,19

Der aktuelle Monatsspruch ist tiefsinnig, vielleicht sogar sperrig, in jedem Fall aber herausfordernd, oder? Sind es nicht alte Worte von früher, aus einer längst vergangenen Zeit?

Mir scheinen diese Worte jedoch aktueller denn je. Menschen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der falsche …ismus des Anderen macht ihn zum Feind. Die Sprache der …isten wird immer hasserfüllter und ist voller Gewaltfantasien. Gefordert werden bereits Internierungslager für Andersdenkende. Unversöhnlichkeit ist ein Kennzeichen der gegenwärtigen Zeit. Zwischen den Menschen und auch in ihnen sind tiefe Gräben. Von einem allmächtigen Gott haben sich die meisten längst emanzipiert. Doch dieser allmächtige Gott ist auch ein liebender Gott. Er hört auch heute nicht auf, „seine Menschen" zu lieben.

Aber wo ist Gott bei all dem menschlichen und manchmal unmenschlichen Treiben? Oft wird er von Menschen in ihrem Denken und Tun ignoriert. Manchmal berufen sich Menschen in ihrem Hass auf ihn, das finde ich noch erschreckender. In meinem Leben ist Gott gegenwärtig. Ich bin schwach genug, ihn zu brauchen und erfahre ihn als lebendigen Gott.

Wie kann Gott das zulassen? Diese uralte Frage ist immer noch aktuell und es gibt keine einfache Antwort. Manche Menschen gehen zornig los, zünden Kirchen an oder greifen sein Bodenpersonal an. Gott wird zum Feind erklärt.

Aber Gottes Plan der Liebe gilt auch heute noch. Und er gilt allen Menschen, den Corona-Kranken und den Corona-Leugnern. Bei Gott zählen schwarze Leben ebenso wie die alter weißer Männer. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ganz Mensch und ganz Gott, ist sein Plan. Diese für viele törichte Botschaft vom Kreuz ist die frohe Botschaft: Jesus hat etwas für dich getan! Er trägt Leiden, Schmerz und Tod. Er ist als der Auferstandene Sieger. Durch ihn ist neues, versöhntes Leben möglich- auch und gerade in der Unversöhnlichkeit dieser aktuellen Welt!

Eine aus den Fugen geratene Welt braucht Versöhnung mit sich selbst, braucht Frieden mit sich selbst. Jeder Einzelne von uns braucht diesen Frieden, damit das Leben gelingt.

Gott will, dass unser Leben gelingt. Für ihn sind wir seine Kinder, als Vater streckt er uns immer wieder die Hand zur Versöhnung aus. Gelingendes Leben wird im Herzen verhindert. "Das Herz des Problems ist oft das Problem des Herzens", wie ich es mal bei Johannes Hartl gelesen habe.

Gott aber sieht unser Herz an. Er kennt unsere Unfähigkeit, uns mit unserem eigenen Leben und mit unseren Beziehungen zu versöhnen. Durch Jesus ruft er uns zu: „Komm zu mir, kehre um, gib mir deine Schuld, deine Scham, deine Sorgen. Ich habe sie für dich am Kreuz getragen - damit dir vergeben wird. Ich gebe mein Leben, damit du leben kannst. Du darfst mir vertrauen, an mich glauben! Ich gebe dir Frieden, mit dir, in deinen Beziehungen und Frieden zu Gott. Auch du darfst ihn "Himmlischer Vater" nennen!

In seiner Allmacht gewährt uns Gott Freiheit und in seiner Gnade Glauben. Ich wünsche uns, dass wir die Gabe des Glaubens an einen allmächtigen, liebenden Gott annehmen können. Ich wünsche uns, dass wir uns in aller Freiheit zu Jesus, dem Christus, unserem Erlöser und Friedensgeber hinwenden können. Möge Versöhnung geschehen, in mir, zu meinem Nächsten, mit Gott. Soli Deo Gloria! 

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Du bist wunderbar gemacht!

Eine kurze Frage: "Wie gehe ich an einem Spiegel vorbei"? Schaue ich mich an oder gehe ich schnell vorbei? was denke ich dabei über mich: Lehne ich mich ab oder freue ich mich an mir? Vor kurzem las ich in einem Buch von S.G. Brown über eine Frau, die folgendes einübte: Immer wenn sie an einem Spiegel vorbeiging, sagte sie sich: „Ich bin eine Frau, die Jesus liebt" oder natürlich für den Mann: "Ich bin ein Mann, den Jesus liebt". Dies führt uns zum Monatsspruch für August, wo David Gott ehrt und folgendes sagt: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele." Psalm 139,14. Was für eine tiefe und weitreichende Erkenntnis. Meine Seele weiß diese Wahrheit schon, bloß meine Gedanken, manchmal auch meine Gefühle, müssen da noch hinwachsen. Immer wieder erlebe ich in Gesprächen oder in der Seelsorge, dass viele Menschen mit Selbstannahme zu kämpfen haben. Es begeistert mich, dass wir da von Gott die Wahrheit über uns hören: „Du bist wunderbar gemacht, ich habe Dich gebildet schon im Mutterleib…", das lesen wir später in Psalm 139. Diese Wahrheit möchte ich immer wieder dankbar leben. Es gibt sogar ein neu erschienenes Buch zu dem Thema: „Schön ohne aber" von Eva Maria Admiral. Hier berichten ganz verschiedene Frauen, wie sie mit Selbstannahme umgegangen sind und welche Wege sie zur Annahme geführt haben.

Einen weiteren Vers möchte ich uns noch mitgeben, der auch davon spricht, dass wir Gottes Werk sind: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott im voraus bereitet hat, damit wir sie tun" Epheser 2,10. Wir sind nicht nur Gottes Werk, sondern wir dürfen auch gute Werke tun, Gott hat sie sogar schon für uns vorbereitet. Ich muss nicht mehr als diese tun, das gilt es immer wieder neugierig herauszufinden.

Ein neuer Monat liegt vor uns. Vielleicht kann es uns gelingen, mit neuer Dankbarkeit zu leben über unsere Gaben, über unsere Grenzen und auch über unser Aussehen. Ja, wir dürfen neugierig die von Gott vorbereiteten Werke entdecken und auch tun.
Shalom, Eure Sibylle Wilkening

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Gestärkt unterwegs

Monatsspruch Juli:
Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor Dir. 1.Könige 19,7

Ausflüge in die Sächsische Schweiz sind für uns als Familie etwas wirklich Schönes. Aber oh weh, wenn wir nicht genügend Proviant eingepackt haben. Dann kann es ziemlich anstrengend werden. Die Nerven liegen vor allen Dingen bei den Kindern bald blank.

Ganz ähnlich ist es doch auch, wenn wir vor größeren Herausforderungen egal welcher Art stehen. Wenn wir da im Vorfeld nicht gut genug auf unseren Energiehaushalt geachtet haben, ist das Scheitern schon beinahe vorprogrammiert.

Der alttestamentliche Bibelvers aus 1. Könige 19 beschreibt genau diesen Zusammenhang.

Ein Bote Gottes begegnet Elia und erinnert ihn, für sich zu sorgen. Dieser hat einen langen Weg vor sich. Gott selbst sorgt für Elia. Er kennt und weiß um seine Bedürfnisse.

Welche Aufgabe steht bei Dir an? Welches Wachstum strebst Du an? Welche Veränderung möchtest Du bewirken? Ganz egal was es ist: Wichtig erscheint mir, dass Du und ich uns dafür zurüsten lassen. Zeit für ein gesundes Frühstück, Zeit für eine emotionale und geistliche Stärkung, Zeit für Frühsport oder einen Spaziergang oder, oder, oder…

Manchmal denken wir zu kurz. Mich hat sehr nachdenklich gestimmt als ich von Evelyne Bisnack, der ersten alleinbesteigenden Schweizerin auf dem Mount-Everest hörte, dass die meisten Bergsteigende nicht bei ihrem Aufstieg straucheln, sondern bei ihrem Abstieg. Haben wir unsere Ziele über die „Bergspitze" hinaus im Blick oder denken wir manchmal zu kurz? Wie bedeutsam sind da doch Atempausen, Sonntage, Auszeiten, Zeiten der Stille und des Regenerierens, des Feierns und Essens.

Gott segne und stärke Dich auf deinem Weg! 

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Der Blick ins Herz

Monatsspruch Juni: 
"Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder." 1.König 8,39

Stell Dir vor, wir könnten in jeder Begegnung mit einem Menschen sofort sehen, was in dieser Person im Innersten vor sich geht. Wir könnten die Gefühle wahrnehmen und alle Gedanken wären voreinander offen. Wäre das super? Vielleicht manchmal interessant, aber insgesamt würde es uns wohl eher überfordern im Umgang miteinander. Für Gott ist diese Art der Wahrnehmung Realität. Wenn er auf uns schaut, blickt er durch zu dem innersten Ort unseres Wesens. Nichts ist ihm verborgen. Er kennt unser Herz und interessiert sich für das, was wirklich ist. Dieser Gedanke hat eine sehr tröstliche Dimension, manchmal spüre ich aber auch Scham deswegen. Aber nichts davon überfordert Gott. Er hat ein großes Interesse daran, dass aus unserem innersten Zentrum ein heiler und gute Ort wird, denn er weiß, dass daraus „das Leben quillt" (Sprüche 4,23). Viele Bibelstellen beschreiben, wie Gott an unserem Herzen heilend und erneuernd wirken kann und möchte (z.B. Hesekiel 36,26; Psalm 147,3). Innerbiblisch läuft für mich alles auf die Aussage zu, das Jesus selbst in unserem Herzen wohnen will (Epheser 3,17) und dort als Gestalter und Erneuerer die Schaltzentrale unseres Lebens führt.

Gerade in Zeiten, wo mein Herz zum Schlachtfeld für verschiedene innere Kämpfe wird und manche Wunde entsteht, bin ich so dankbar, dass Jesus dorthinein Worte der Liebe, des Friedens und der Korrektur spricht, damit mein Herz weich und formbar bleibt. 

"Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr."

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Geschenke für alle

Monatsspruch Mai:

Dient einander – jeder mit der Gabe, die er erhalten hat. So erweist ihr euch als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.
1.Petrus 4,10 (Basisbibel)

In dieser Bibelstelle werden drei Punkte ganz deutlich:

1. Jeder Mensch hat Gaben (Begabungen) bekommen, die er oder sie zum Wohle füreinander einsetzen soll.

2. Wir sollen sie gut verwalten, weil sie uns anvertraut sind.

3. Gott gibt sie uns aus Gnade – also unverdient, aus tiefer Zuneigung und Wohlwollen.

Du bist begabt, deshalb brauchst du nicht neidisch sein!

„Du brauchst nicht neidisch zu sein! Weder auf den Besitz der anderen – noch auf das Können der anderen – weder auf die Güte der anderen – noch auf den Erfolg der anderen. Der Neid auf die anderen nimmt dir die Freude am Eigenen. Ich, der allmächtige Gott, bin der Geber guter Gaben für dich. Du kannst es dir leisten, den anderen ihr Gutes zu gönnen."

aus Ernst Lange, Die zehn großen Freiheiten

Neid entsteht im einseitigen Blick auf andere. Man sieht oder hört etwas, was man bewundert und auch gerne hätte, aber sieht bei sich selbst in diesen Punkten den Mangel. Schnell gerät man in einen Strudel der Rechtfertigung des Mangels und am Ende ist man unzufrieden mit sich und der Welt. Den Neid auflösen kann ich nur mit einem Richtungswechsel auf all den „Reichtum", die Gaben und Geschenke in meinem Leben - dem „Blick auf das Eigene". Zu entdecken, was in mich hineingelegt wurde und den Schatz der eigenen Begabungen zu bergen, das bleibt eine Lebensaufgabe. Dabei wünsche ich uns allen eine große Experimentierfreude, immer wieder Neues auszuprobieren und zu wagen und zu schauen, wo ein guter Platz ist, sich einzubringen.

Von der Ganzheitlichkeit durch den „einen Leib"

Wir sprechen im CVJM oft von ganzheitlichen Ansätzen. Das klingt gut und beeindruckend, ich finde, es ist oftmals aber auch schwer greifbar. Dabei kommt mir die Definition der WHO von „Gesundheit" zu Hilfe: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen."

Es geht also nicht nur um die Abwesenheit mancher Faktoren, nicht darum, bestimmte Symptome in den Fokus zu nehmen und zu behandeln, sondern Körper, Geist und Seele als Zusammenspiel im Blick zu haben. Eine große Herausforderung, wie ich finde, der wir uns tagtäglich stellen. Um so deutlicher wird mir dabei, wie hilfreich und großartig der Gedanke ist, dass wir als Einzelteile zu einem Leib zusammengefügt sind. Wir brauchen einander. Ich muss als Teil nicht alles leisten. Ich kann meine Gaben an der jeweiligen kleinen oder großen Stelle einbringen, immer im Wissen darum, dass um mich herum viele Verwalter/innen ihre Gaben für die Menschen an den übrigen Stellen einsetzen. Diesen Blick wünsche ich mir im CVJM und über den Tellerrand hinaus - wenn wir uns als Kolleginnen und Kollegen begegnen, auf Ferienfreizeit mit dem Team der Ehrenamtlichen zusammenarbeiten oder Projekte mit Christen, die vielleicht anders ticken, planen. Dabei lohnt es sich die eigenen Begabungen nach bestem Wissen einzubringen und die Unterschiede der anderen schätzen zu lernen. Vielleicht haben sie genau das, was dich und mich ergänzen kann, um mit ganzheitlichem Ansatz Reich Gottes zu bauen. Alles soll zur Ehre von Jesus Christus geschehen. Ohne Neid und Vergleichen. Alle sind beschenkt mit Gaben, die benötigt werden beim Bau von Gottes Reich.

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Was ist richtiger Gottesdienst?

1 So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte? 2 Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort. 10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. 12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. 13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.  

Jesaja 66, Verse 1,2 und 10-13

Unsere Kirche hat geöffnet. Niemand bietet einen Gottesdienst an, aber man kann in die Kirche gehen Sonntags und für sich einen Moment innehalten. Diesen Ort nutzen. Dieses Haus. Gottes Haus.

Als ich in den letzten Tagen diese Bibelstelle gelesen hatte, habe ich mich gefreut. Gleich in Vers 1 macht Gott deutlich, was er von geistlicher Fixierung auf Gebäude hält. Keine Frage - ich bin großer Architektur-Fan und meine Kinder müssen oft mit mir Spaziergänge erdulden, bei denen Papa immer mal bei für alle anderen langweiligen Gebäuden bewundernd verweilt. Aber wie viel sind diese Häuser wert? Wie viel sind unsere Kirchen wert? Momentan nützen sie nicht viel. Und einen bekommen diese sogenannten „Gotteshäuser" bestimmt nicht unter - die Hauptperson. Wie gesagt, ich habe mich sehr gefreut über diesen ersten Vers. Steht unserem Gott, der unseren Planeten als Schemel nutzt, nicht ein weltweites Internet in seiner Größe nicht viel besser? Mitnichten. Auch hier im Netz befinden wir uns in den Hundeschalen. Dieser Gott ist größer. Würde er da verweilen - bei seiner Größe - wäre es ziemlich doof. Dann müssten wir ihn anbeten, oder als Instanz anerkennen aber bräuchten keinerlei Hoffnung auf eine herablassende Geste dieses Machtwesens haben. Wer sind wir den? In diesem Bild wären wir nicht viel mehr als lästige Insekten. Jeder weiß, was wir von Insekten in unseren Häusern halten. Aber nein, keinen Moment lässt Gott verstreichen für solche Gedanken. Vielmehr macht er gleich in Vers 2 klar, was auch sein Wesen ist. In diesem Vers erkenne ich das Wesen Jesu wieder. Gott sieht den Einzelnen. Er sieht ihn nicht nur, er sieht ihn mit all seinem Elend. Wie oft können wir das von uns behaupten? Was sehen wir in unseren Mitmenschen? Meist funktionieren unsere Masken untereinander recht gut. Er aber sieht uns so, wie wir sind, und besonders erwähnt er hier gleich das, was man in unserer Gesellschaft kaschiert - das Elend. Gottesdienst hat zwei Seiten. Die Seite Gottes, der uns dient. In der Zeit des Gottesdienstes kommt er zu uns und ist uns nah. Sieht unser Elend und nimmt uns an. Aber verweilt dort nicht. Zum Ende der Verse zeigt Gott, wie er mit dem Elend umgeht. Vers 13 sagt uns zu, dass sich Gott mit nicht weniger zufrieden gibt, als uns zu trösten. Dieser Trost soll tief gehen. Er appelliert an die Bilder, zu denen es uns Menschen oft und vielleicht in diesen besonderen Zeiten wieder hinzieht: In den Schoß der Mutter - dem Bild schlechthin für Geborgenheit. Das ist sein Anspruch. Du darfst dich bei ihm geborgen fühlen - Gottes Anspruch an einen richtigen Gottesdienst.

Ich sprach von den zwei Seiten des Gottesdienstes. Was sagen die Verse zu der anderen Seite - zu unserer? Vers 1 stellt klar, auf wen unser Gottesdienst ausgerichtet ist. Unsere Beziehungspflege mit Gott, dem Herrn dieser Welt, ist Sinn unseres Gottesdienstes. Und Gemeinschaft mit den Menschen nach Vers 2. Wir hören und sehen das, was um uns herum gebraucht wird. Die Verse 10, 11 und 12 verbinden Trost und Freude. Freude an dem, was Gott an uns handelt als Inhalt unseres Gottesdienstes? Wie drücken wir die denn aus? Was ich bei all dem merke - Gottesdienste können stattfinden. Hier zu Hause, mit technischen Hilfsmitteln sowieso, aber auch in meinem Alltag und im Dienst an denen, die Gott eben in dieser besonderen Zeit als erstes sieht: die Elenden - die, die diese Situation besonders trifft. So viele Initiativen sind in unseren sozialen Umfeldern bereits aktiv und sind den Schwächeren von uns nahe. Richtiger Gottesdienst in dieser besonderen Zeit - das ist ein Näherkommen - näher zu Gott und zu den Menschen (auf eine nichtkörperliche Art und Wiese).

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Aufwachen und wach bleiben!

Monatsspruch März 2020:
Jesus Christus spricht: „Wachet!"
Markus 13,37

Der aktuelle Monat steht unter einem deutlichen Wort unseres Herrn Jesus Christus: „Wachet" oder „Seid wachsam"- eine klare Handlungsaufforderung.

Beim Wachsam-sein geht es zunächst um Wach-Sein. Bist du schon wach oder schläfst du noch? Möglicherweise langweilt dich dein Alltag oder du hast dich „einlullen" lassen. Was kann schon noch Gutes kommen? Es ist alles ein bisschen egal. Kann sein, du erlebst deinen Alltag als ermüdend, du hast dich aufgerieben und bist ermattet. Dahinein macht Jesus eine klare Ansage. „Wachet!" Wach erstmal auf! Reib' dir den Schlaf aus den Augen und höre auf den Ruf deines Herrn. „Steh auf, geh los und folge mir nach!"- so ruft dir Jesus zu.

Wachsam-sein ist jedoch noch mehr als dieses Wach-sein, was dem Erwachen folgt. 
Wachsamkeit ist Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, ist Konzentration und Sorgsamkeit.

Im Sport ist eine wachsame Grundhaltung enorm wichtig. Es wird von einer „Grundspannung" gesprochen. Diese Grundspannung bedeutet eine körperliche und mentale Bereitschaft, eine konzentrierte Körperanspannung. Einer der weltbesten Fußballer, Christiano Ronaldo, spannt seinen Körper vor einem Freistoß wie eine Feder und setzt dann Schritt für Schritt ganz bewusst. Die Spieler des abwehrenden Volleyballteams nehmen die „Annahme-Haltung" ein, gespannt und wachsam bis zum Äußersten. Ein Basketballspieler ist bereit, einen abprallenden Ball unter dem Korb gedankenschnell zu erobern. Im Handballspiel bereitet das abwehrende Team gedanklich schon einen Ballgewinn und den folgenden Tempogegenstoß vor.
Im Straßenverkehr gehört eine permanente Aufmerksamkeit beim Führen eines Fahrzeugs zu den Grundvoraussetzungen. Eine schnelle Reaktion auf Unvorhersehbares verlangt Wachsamkeit.

Bedeutet diese Haltung Daueranspannung oder Dauerstress? Nein! Unsere Sinne sind ständig aktiv, selbst im Schlaf sind wir quasi nur im „standby". Aber ja, wir dürfen und sollen uns ausruhen, das ist lebensnotwendig! Wie gut, dass wir einen wachsamen Gott haben. „Der Hüter Israels wacht (ständig) über dich, ja er schläft nicht." heißt es im Psalm 121. Wir sind beständig behütet von unserem lebendigen Gott. Während unserer persönlichen Wache müssen wir also nicht permanent gleich angespannt bleiben. Wir dürfen Gott vertrauen und unsere geistliche Grundspannung aufrechthalten.

Und da gibt es ja auch noch so etwas, das mit dem Begriff Gespür oder Intuition bezeichnet wird. Im Sport sprechen wir auch von „Antizipation": als Fähigkeit, ein bestimmtes Geschehen voraus zu spüren. Ich spüre oder ahne beispielsweise die Flugbahn des Balles. Um das zu vermögen, braucht es Erfahrung und Begabung. Eine geistliche Entsprechung ist die Fähigkeit, geistliches Geschehen einzuordnen und vorausschauend zu spüren und zu betrachten. Um diese Fähigkeit zu erlangen, bedarf es neben der Begabung auch ein Sammeln von Erfahrungen im Umgang mit Gott. Gottes Stimme zu hören, seinen Willen zu erkennen, bleibt herausfordernd. Sein Wort (Bibel) lesen, mit ihm reden (Gebet) und ihm nah bleiben (Stille) ist ein Weg dorthin.

Im Kontext des Monatsspruchs spricht Jesus vom Ende der Zeiten und von seiner Wiederkehr. Er nennt Zeichen und Dinge, die geschehen werden. Erschreckendes beschreibt er. Es erwarten uns schwere Zeiten, zum Ende hin. Die Wahrheit ist sehr ernst. Aber ganz zum Schluss wird alles sehr gut. Jesus kommt wieder in Herrlichkeit! Die Wachsamen unter seinen Nachfolgern werden bei ihm sein.

„Wachet - seid wachsam!" In diesem Ruf steckt also auch eine Hoffnung. Die Liebe des Erlösers wird alles Böse überwinden. Dafür lohnt sich Wachsamkeit. Wir dürfen die Ruhe bewahren und aufmerksam bleiben. Wir dürfen mit klarem Verstand erkennen, was wirklich ist. Wir dürfen nüchtern unseren Gefühlen trauen, ohne uns von ihnen beherrschen zu lassen. Wir dürfen wachsam unsere Orientierung behalten, indem wir auf Jesus schauen. Wir dürfen dabei in der Fastenzeit durch Loslassen unsere Sinne schärfen, unsere Wachsamkeit erhöhen. Dabei konzentrieren wir uns wieder neu auf IHN, den Erlöser – unseren Herrn, Bruder und Freund Jesus.

Und lasst uns als CVJM Jesus-Bewegung bleiben, aufmerksam, liebevoll, wachsam, glaubend und hoffend!

Renee Rock

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Wir sind teuer erkauft!

Monatsspruch Februar 2020
Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.
1. Korinther 7,23
 

Weihnachten liegt hinter uns. Wir sind sicher beschenkt worden mit kleinen und großen Geschenken und - auch wir haben eingekauft und Geschenke gemacht. Was war eigentlich das teuerste Geschenk, das ich an jemanden verschenkt habe, oder was war das teuerste Geschenk, das ich bekommen habe?

Wir sind teuer erkauft

Im Monatsspruch vom Februar weist uns Paulus in diese Richtung. Du und Ich - wir sind teuer erkauft. Jesus hat mit seinem Leben für unsere geistliche Freiheit bezahlt und uns damit beschenkt. Wir gehören jetzt ihm und nur er soll und darf jetzt „das Sagen haben". Wir müssen uns nicht von Menschenmeinungen beeindrucken oder bestimmen lassen. Gott hat uns zu einer Aufgabe, einem Platz in dieser Welt berufen und diesen Platz können wir mit unseren Stärken und sogar auch Schwächen ausfüllen. In unserem Alltag, in den Medien und auch in den Gemeinden und Vereinen gibt es eine Vielfalt von Meinungen und Gedanken zu dem, was für uns wichtig sein soll. Wem schenken wir Glauben und welcher Berufung gehen wir nach oder bleiben wir treu? Paulus ermutigt uns, so zu leben, wie Gott uns berufen hat. 

Wo werden wir von außen beeinflusst und wo versuchen wir allein, Menschen alles recht zu machen, ob nun in Familie/Gemeinde/Verein oder im Schul- und Berufsleben?

Gott hat dich und mich teuer, sehr teuer erkauft mit dem Blut und Leben seines Sohnes – um frei zu sein und eben seine/Gottes Berufung zu leben. Er hat uns mit einem riesigen Geschenk bedacht, eine Berufung von ihm zu haben und die Freiheit, nur in Abhängigkeit von Gott, darin zu Leben. Wir brauchen nicht Knechte oder Diener von Meinungen und anderen Menschen zu werden – wir dürfen mit Freude nach Gottes Weg und Gottes Berufung für uns suchen und dies leben, das ist so großartig – eben das größte Geschenk für uns.

Welche Gedanken/Lebenswege will ich bewusst neu ordnen, um in Gottes Freiheit und Berufung zu leben?

Shalom Eure Sibylle Wilkening

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"Ich glaube, hilf meinem Unglauben!"

Jahreslosung 2020: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben!" Markus 9,24

Ich glaube, 2020 wird ein gutes Jahr. Glaubst Du das auch? Unglaublich, was für tolle Neujahrswünsche wir uns schreiben, sagen und zusprechen. Es ist ein schönes Ritual. Jede abgesandte Message beflügelt mich selbst und lässt mich etwas mehr hoffen und glauben, dass ein wundervolles neues Jahr vor mir liegt. Ein neues Jahr, in welches ich mit neuer Energie und mit Gottes Segen starten darf.

Ich erinnere mich, dass ich mit Freundinnen aus meiner Gemeinde 2019 bei einem netten Neujahrsbrunch in das Jahr der Wunder gestartet bin. Und wir haben gemeinsam einige Wunder erlebt. Wir haben aber auch erlebt, wie einzelne Kinder, Partner und Freunde teilweise schwere Krankheitszeiten durchleb(t)en. Unser Glaube an die Wunder wurde immer wieder auf die harte Probe gestellt.

Ganz ähnlich ging es dem Vater eines schwer erkrankten Kindes, von welchem uns im Markusevangelium in der Bibel berichtet wird. Jesu Jünger hatten bereits für das Kind gebetet, doch die Heilung bleibt aus. Dieser Vater wendet sich in seiner Not an Jesus: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben". Dieser Mann hat Glauben. Gleichzeitig erfährt er, dass sein Glaube extrem herausgefordert ist: Sein Kind ist krank und die Gebete der Jesusanhänger bringen keine Heilung.

Wie gerne sehen und sind wir doch Glaubensheldinnen und -helden. Dieser Mann ist einer für mich. Er drückt sein tiefes Vertrauen in Jesus in dem schlichten Bekenntnis „Ich glaube" aus. Gleichzeitig verbirgt er seine Zweifel und seine kritischen Fragen nicht, die aus seiner Enttäuschung über die nicht eingetretene Heilung resultieren. Er spricht sie aus. Er spricht sie nicht nur einfach aus, er wendet sich damit an Jesus.

Das will ich mit in dieses Jahr nehmen. Bei Jesus haben Glauben und Unglauben Raum. Und dort wo ich mich mit meinem Unglauben an den Retter der Welt, an den Freund und Helfer wende und ihn um seine Hilfe bitte, kann sich mein Unglauben in Glauben verwandeln. Wie wunderbar.

Ich wünsche uns allen, Dir und mir, ein glaubensstarkes neues Jahr, in dem es uns gelingt, unsere Zweifel und Unglauben an die beste Adresse, nämlich Jesus selbst, zu richten. Seine Hilfe kommt spätestens pünktlich. Übrigens erlebt der Mann in der Geschichte, wie Jesus einen Jungen von einem Dämon befreit. Er erfährt doch noch Heilung. 

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Vertrauen wagen

„Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott."
Jesaja 50,10

Es gibt Zeiten, da scheint die Dunkelheit die Oberhand zu haben. Kein Licht am Ende des Tunnels ist sichtbar, stattdessen das Gefühl, das „finstere Tal" hat keinen Ausgang. Kein Gang zum Arzt bringt Besserung, die Arbeitssuche läuft vergeblich und die Sorgen um Kinder oder Eltern wollen einen schier auffressen. Was tun, wenn „kein Licht leuchtet"? 

Jesaja spricht keine einfachen Worte, redet nicht vom göttlichen Lichtstrahl, der nach einem Gebet sofort ins Leben hineinleuchtet. Stattdessen fordert er auf zu vertrauen. Gott zu vertrauen auf dem Weg durch die Dunkelheit. Er spricht diese Worte an die verbliebenen Juden im Exil. Hinein in die Gewohnheit an die scheinbar ausweglose Situation und damit verbundene Resignation sagt er: „Vertraue auf den Namen des Herrn". Vertraue dem, der sich vorstellt mit dem Namen „Ich bin der ich bin", „ich bin da". Der auch jetzt da ist und mitgeht durchs finstere Tal, die Wüste, die Dunkelheit. „Blindes Vertrauen" wagen fordert zutiefst heraus und mutet uns die Erfahrung zu, dass wir nichts wirklich selber in den Händen haben. Aber im Vertrauen auf den mitgehenden Gott dürfen wir vorsichtige Schritte in der Dunkelheit wagen, in der Erwartung, dass Gott auch heute noch durch die Wüste führt, neue Freiheit und Heimat schenkt. 

Mein Gebet gilt heute allen, die gerade in dunklen Stunden dem Licht entgegenfiebern. Ich bete um spürbare Zeichen der Gegenwart Gottes in Deinem Leben und den Mut, an dem festzuhalten, der Dir zusagt: Ich bin da und gehe mit Dir durch die Dunkelheit. 

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Am "trotzdem" festhalten

Monatsspruch November
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Hiob 19,25

Von guten Mächten wunderbar geborgen – ein Lied, was mich immer wieder tief berührt, weil es so viele verschiedene Seiten des Lebens anklingen lässt und die guten und herausfordernden Momente gleichermaßen in Erinnerung ruft. Dennoch hadere ich immer wieder mit der Strophe:

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.


Sie lässt sich in dieser schönen Melodie scheinbar so einfach singen, aber in der Realität oft sehr schwer durchbuchstabieren. Ähnlich geht es mir auch mit dem Buch Hiob. Obgleich der Oktober schön und golden war, so waren die letzten Wochen auch durch einige Hiobsbotschaften sehr getrübt. Ich ertappe mich oft dabei, in allem Mitleiden auch dieses schale „zum Glück ist mir das nicht passiert" - Gefühl zu empfinden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Hiobsmomente deine Glaubenswelt bis zu den Grundankern erschüttern können. Mich beeindrucken Menschen, die inmitten sehr schwerer Zeiten Worte finden, die einem tiefen und festhaltenswerten Glauben, Ausdruck verleihen können. 

Warum gerade ich?

Die Frage nach dem Warum hat mich in schweren Zeiten nicht weitergebracht und meine Vorstellung, was durchtragen bedeutet, sich gänzlich gewandelt. In dunklen Zeiten kommt einem die Reihe der Herausforderungen unendlich vor. Im Buch Hiob kann man seitenweise von Frust, Schmerz und tiefem Leid lesen. Trotz allem steht da dieses ABER. 
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19,25
Da ist ein tiefes Wissen um etwas, auch wenn es sich gerade vielleicht nicht so anfühlt. Da ist die Gewissheit, dass da noch mehr ist, als die Dunkelheit und dass etwas am Tunnelende leuchtet, möge es aus der jetzigen Perspektive auch kaum zu sehen sein.

Ich wünsche den Leidtragenden, den Frustrierten, den Geplagten, den Trauernden, dass ihr nicht aufhört nach dem aber, dem dennoch und dem trotzdem zu suchen. Ich wünsche euch, dass ihr an der Gewissheit festhaltet, dass wir trotzdem von guten Mächten wunderbar geborgen sind, denn unser Erlöser lebt!

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Stimmt dein Bauplan?

Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran.
Psalm 127,1

Jetzt wohnen wir in Chemnitz. Für uns eine neue Stadt. Nach Rostock hierher zurückzukehren ist besonders. Ungefähr 20 Jahre ist es her, dass ich von hier fort ging. Für uns ist es neu. Ungewohnt. Aber jetzt sind wir hier, lernen unsere neue Wohnung kennen, unsere neuen Nachbarn, unsere neue Gemeinde, die Schule und den Kindergarten unserer Kinder. Auch meine neue Arbeit hier im Landesverband.

Und dann halte ich ein Geschenk meiner Rostocker Gemeinde in den Händen: Ein Buch mit vielen Bildern und Erinnerungen unserer gemeinsamen Zeit. Auf einer Seite sind auch Bilder einer Bauphase der Gemeinde. Neben der Baustelle stand ein Transparent mit eben diesem Psalm. Das berührt mich. Momentan mache ich, was das angeht vieles richtig. Ich erlebe, wie Jesus hier in Chemnitz unser „Haus" baut, ich darf ihn gerade in dieser Umbruchsituation ganz bewusst erleben. Solche Stresszeiten haben ja immer den Vorteil, dass man da Gott als Gegenüber etwas deutlicher spüren darf.  

Aber ich kenne es auch anders. Wenn alles läuft und das Leben seinen Alltag gefunden hat, verliert man gerne auch mal aus den Augen, was man eigentlich gerade baut und wer mit dabei ist (das kann man auch ganz gut beobachten, wenn man einen ganzen Tag am Strand verbringt und Sandburgen mit den Kindern baut). Besonders in diesen Zeiten ist es gut, regelmäßige Punkte zu haben. Punkte zum gemeinsamen Vergleich – sind dein Bauplan und der Bauplan Gottes noch gleich? Wenigstens ähnlich? Welche Zeit nimmst du dir dafür? Wie verstehst du Gottes Bauplan am besten? Im Gebet? In der Gemeinschaft? In der Bibel? Es braucht immer alle drei. Aber dazwischen haben wir alle unsere ganz eigene Baustellensprache mit Gott.

 Von Baustellensprache habe ich im Moment übrigens ganz viel. Immerhin haben meine beiden Kinder und ich auf unserem Balkon fast ganztägig ein Livewimmelbuch mit gleich 2 Häusern, die neben uns gebaut werden. Ob die Jungs da unten ihre Häuser mit Gott bauen, weiß ich nicht. Genau wie denen wünsche ich euch aber genau das. Nachhaltig bauen ist grad mega im Trend und bei Gott gibt's das schon seit Anbeginn der Zeit.
Also: Seid nachhaltig und baut eure „Häuser" mit ihm, Jesus. Ewige Werte schafft nur er mit euch.

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Versteckte Lebenskraft

Kürzlich bin ich mal wieder auf ein sehr vitalisierendes Bild gestoßen: die Rose von Jericho. Ein Knäuel aus sichtlich totem kleinem Geäst wird in eine Schale mit kaltem Wasser gesetzt und es entfaltet sich ein frisches grünes Blattwerk. Die Rose von Jericho ist ein Wüstengewächs und hat sich somit an die heißen und trockenen Phasen des Lebens angepasst. Sie schützt den Samen für die Vermehrung, um zu optimalen Keimzeiten, diesen verbreiten zu können. Bei einem kräftigen Regenguss verwandelt sie sich und dies immer und immer wieder. Welch ein Wunderwerk für unser Auge und unsere Seele.

Wie viele Dinge gibt es im Leben, die wir für leblos, langweilig, eintönig wahrnehmen. Doch steckt in diesen Dingen vielleicht viel mehr Energie als wir ihnen zutrauen?

Wie schnell passiert es, dass wir uns von einem ersten Eindruck täuschen lassen. Wir nehmen jemanden als unattraktiv oder erschöpft wahr, kommt er jedoch in eine andere Umgebung, dann blüht er regelrecht auf.

Für viele beginnt nach dem Sommer wieder eine neue Phase in der Schule oder im Arbeitsleben. Ich wünsche jeder und jedem, dass er und sie sich am rechten Platz empfinden kann und dort auf Menschen trifft, die das Potential in einem erkennen und dazu beitragen, dass es sich entfalten darf. Gott kennt uns am besten und weiß, was alles an Gaben und Fähigkeiten in uns steckt. Er möchte durch und mit uns wirksam werden.

Die Rose von Jericho ist auch ein schönes Symbol für die Auferstehung. Jesus ist für uns gestorben und auferstanden. Er hat den Tod überwunden. Das gibt mir Kraft auch durch Durststrecken und Zeiten, in denen ich mehr Fragezeichen an das Leben habe als hilfreiche Antworten, hindurchzugehen. Er ist da und glaubt an mich. Er schenkt mir heute Leben(skraft) und sogar Leben über unser irdisches Dasein hinaus. Das ist wunderbar. 

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Ein klarer Auftrag

Monatsspruch Juli 2019:

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe

Matthäus 10,7

Im bekanntesten Gebet der Christenheit, dem Vaterunser, beten wir Christen „Dein Reich komme." 
Menschen haben eine tiefe Sehnsucht nach einem Ort des Friedens, der Heilung, der Gerechtigkeit, des lebendigen Lebens. Für die Bibel ist dieser Ort das Reich Gottes, sein Himmelreich. Noch ist es nicht da. Aber es ist nahe! Das ist eine klare Aussage der Hoffnung! Wir im CVJM sind beauftragt, Hoffnungsgeber zu sein. Wir tun das in einem Umfeld, wo es so viel Hoffnungslosigkeit gibt.

Das Lebenstempo unserer Zeit ist atemberaubend.
Der Leistungsdruck für den einzelnen ist dabei enorm.
Scheinbar dreht sich alles um Konsum und Maximalprofit.
Es werden tödliche Kriege geführt.
Pures Machtstreben versteckt sich hinter Ideologien und Glaubenssystemen.
Die herrschende Devise lautet: Immer mehr, koste es was es wolle.
Selbst in unserem friedlichen Land ist nicht wirklich Frieden.
Menschen sind zutiefst frustriert und verunsichert.
Ungerechtigkeiten werden immer stärker empfunden.
Es bleibt nicht nur bei verletzenden Worten. Gewalt nimmt drastisch zu.
Es verstärken sich Gefühle wie Ohnmacht und Hilflosigkeit.
Es mangelt an Orientierung und Lebenssinn.
Menschen werden mutlos, werden einsam und krank.

Der Zustand der Welt, wie ihn die Bibel eindringlich beschreibt, ist in den letzten 2000 Jahren nicht wirklich besser geworden. Gerade deshalb ist die Monatslosung „Geht und verkündet: das Reich Gottes ist nahe!" aktueller denn je. Natürlich können wir den oben beschriebenen Zustand schulterzuckend akzeptieren.„Da hilft nur noch beten", denkt so Mancher. Ja, wir dürfen zuallererst beten und eine Veränderung herbeibeten! Aber: Wir sind unmittelbar von Jesus aufgefordert, zu gehen und aktiv zu werden.

Die Botschaft der Hoffnung auf das Himmelreich zu verkünden, ist mutig. Vielleicht wirst du belächelt oder ausgelacht!? Auch der Begriff „Reich" ist ja heutzutage schon politisch inkorrekt. Zum Losgehen ist Bewegung nötig, sind Schritte erforderlich. Es braucht den, der mit dir geht. Du brauchst Klarheit über deinen Auftrag. Welche Kunde (Botschaft) bringst du welchem Kunden (Zielgruppe)? Als Verkündiger solltest du selbst Gottes Nähe erfahren haben und ein Zeuge für ihn sein.

Das Himmelreich steht unter der Herrschaft Gottes.

Menschen in seinem Herrschaftsbereich ordnen sich unter und lassen los. Sie vertrauen ihr Leben der Sorge Gottes an. Sie fragen nach seinem Willen, fragen nach seinem Plan für ihr Leben. Im Herrschaftsbereich Gottes geschieht Heilung durch ihn und im Vertrauen auf ihn. Süchte verlieren ihre Kraft. Ängste verschwinden. Depressionen weichen einem neuen Lebensmut! So von Gott berührte Menschen verändern sich. Sie übernehmen die Hauptrolle in ihrem Leben und überlassen Gott die Regie. Demut, Ehrlichkeit zu sich und anderen, Gelassenheit und Lebensfreude strahlen diese Menschen aus. Es herrscht der Geist der Liebe und Freundlichkeit. Der Frieden Gottes ist spürbar. Sein Licht scheint n der Dunkelheit dieser Zeit.

Es ist schön, dass wir im CVJM Anteil haben, dass das Gottes Reich bei jungen Menschen und unter ihnen anbricht. Es kann bei jedem von uns anfangen: in uns und mit uns.Veränderung ist möglich, immer wieder neu.

Viele egozentrische, stolze und autonome Menschen der Gegenwart lehnen jedoch Gott ab, wollen nur sich selbst leben. Doch die entscheidende Frage ist nicht: Existiert Gott? Sondern: Wer oder was ist dein Gott? So gibt es heute Götzen z.B. Mammon, der für die Herrschaft des Geldes und der Macht steht- mit seinen Gehilfen Stolz, Neid, Gier, Maßlosigkeit. Sie beherrschen viele Menschen der Gegenwart. So gibt es vielerlei Süchte, von denen sich Menschen abhängig machen. Und es gibt die Dämonen der Angst, der Einsamkeit von Perspektivlosigkeit und Leere.

Aber: Gott ist immer noch stärker und größer!

Wer die Bibel zu Ende liest, erfährt, dass der Himmel auf die neue Erde kommt und Gott bei den Menschen wohnen wird am Ende der Zeiten. Erst dann wird es absoluten Frieden, absolute Gerechtigkeit und absolute Heilung geben. Wir kommen mit jedem Tag dem Ende näher. Aber dieses Ende ist ein Ende ohne Schrecken. Dieses Ende ist ein neuer Anfang!

Das Himmelreich ist nahe! So möchte ich Dir zum Schluss fröhlich zurufen. Du kannst jetzt schon einen Vorgeschmack in Dir spüren und dich auf die Zukunft freuen! 

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Schnell oder langsam?

Was verbinde ich mit „Schnell" oder „Langsam"? Ich selbst empfinde das Wort Schnell als eher positiv, z.B.: „… das habe ich schnell noch erledigt" und das Wort Langsam als eher negativ: „… auf der Autobahn ging es sehr langsam vorwärts" oder „… an der Kasse im Supermarkt ging es so langsam". 

Letzte Woche haben bei uns zwei Pilgerfrauen übernachtet. Pilgern verbinden wir mit Entschleunigung, langsamer werden, aus meinem Alltagstrubel heraus mache ich bewusst Station und gehe in Ruhe, denke nach, besinne mich auf das Wesentliche. Hier finde eine positive Füllung des Wortes Langsam. In unserem Monatsspruch zum Juli werden wir auch ermutigt, dass Wort Langsam positiv zu füllen. In Jakobus 1,19 steht:

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn."

Schon oft haben wir diesen Vers in Vorträgen zum Thema Kommunikation oder Konflikte lösen benannt. Immer wieder fordert er mich heraus. Wie sieht es in unserem Alltag denn oft aus? Ich ertappe mich dabei, wie ich manchmal schnell zum Reden und schneller zum Aufregen tendiere, was dann nicht gerade hilfreich für mich und das Gespräch ist.

Für viele von uns kommt die Urlaubszeit sicher noch. Wir werden Zeit haben zu Entschleunigen. Vielleicht hilft uns diese Verknüpfung mit dem Bibelvers. Es ist gut für unsere Seele und unsere Beziehungen.
So wünsche ich uns einen wirklich erholsamen Urlaub.

Shalom Eure Sibylle 

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Honig für die Seele

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. Sprüche 16,24

Neulich habe ich zu einer Sitzung ein Glas mit ganz frischem Bienenhonig geschenkt bekommen. Damit kann man mir eine echte Freude machen. Ein frisches Brötchen und darauf leckerer Bienenhonig – so fängt ein Tag gut an. Ein echter Energieschub. Ich weiß, zu viel Zucker ist nicht gut, aber beim Bienenhonig habe ich das Gefühl, ich esse etwas gesundes, schließlich werden dem Honig heilende Fähigkeiten zugeschrieben (z.B. entzündungshemmend).

Ich finde den Vergleich von Salomo im Monatsspruch super. Freundliche Worte sind wie Honig, ein echter Energieschub und sie können heilende Kräfte haben. Gute Worte können aufrichten, ermutigen, trösten und vieles mehr. Wie oft habe ich das schon selbst erlebt und war dafür sehr dankbar. Immer wieder begegnet uns in der Bibel die Einladung, bewusst mit der Macht unserer Worte umzugehen und sie zum Guten einzusetzen. 
Das nehme ich mir für heute neu vor. Wem werde ich begegnen? Welche Worte nehme ich in die Begegnungen mit? Ich möchte Gutes und hilfreiches sprechen, meine Worte sollen wertschätzend und aufbauend sein - Honig für die Seele. 
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Nichts ist so beständig wie der Wandel

Monatsspruch für Mai:

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.
2. Samuel 7,22

„Nichts ist so beständig, wie der Wandel" – eine sehr alte Weisheit, die aber wie die Faust aufs Auge auch in unsere heutige Zeit passt. Neben Politik und Gesellschaft, Umwelt, Technik und Entwicklung prägt der Wandel auch Privates, Beziehungen oder Persönlichkeiten.

Doch gerade in einer Zeit des steten Umbruchs und Wandels stellt sich irgendwann die Frage nach Beständigkeit. Welche Dinge, welche Werte, welche „Geländer im Leben" sind von Dauer, bieten Halt und Orientierung? Der Mensch ist nicht geschaffen für ständige Bewegung, die ewige Achterbahnfahrt oder schlimmstenfalls ein Hamsterrad. Wie schnell sich das Rad dreht, merken wir vor allem, wenn es im Getriebe knirscht, es Umbrüche gibt, Dinge haken, Leistung sich mindert oder jemand aus unserer Mitte gerissen wird.

Wir suchen nach Fixpunkten, nach Halt, nach Rahmenbedingungen, nach etwas, das bleibt. "Wir haben da was anzubieten", dürfen wir Christen voller Überzeugung sagen. Ganz unabhängig davon, wie schnell sich die Welt dreht, in welchem Hamsterrad wir feststecken oder was immer auch die Zukunft bringen mag, Gott sagt, „Ich bin der ich bin" oder „Ich werde sein, der ich sein werde" (2. Mose 3,14) - Er ist diese verlässliche Größe in aller Veränderung und trotz aller Veränderung.

„Ich bin der Erste und bin der Letzte" (Jesaja 44,6) – Gott bietet uns nicht nur den Rahmen, er füllt auch das ganze Bild aus. Er sagt uns seine Treue zu, er begegnet uns immer wieder in Liebe und Barmherzigkeit, er meint es gut mit uns, auch wenn alles zu Wanken droht. „Es ist keiner wie du", steht im Buch Samuel. In dieser Gewissheit dürfen wir leben und daraus Kraft schöpfen, sich im Wandel und allen Veränderungen zu behaupten. Gott ist mittendrin und drumherum, der Haltgeber in Zeiten des ewigen Wandels. Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir! Amen.

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"Siehe, ich bin bei euch alle Tage"

Monatsspruch April:

Jesus Christus spricht: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Matthäus 28,20

Jesus ist mit seinen Jüngern ein letztes Mal sichtbar und fühlbar zusammen und er verabschiedet sich mit ermutigenden Worten, dazu gehört auch der Monatsspruch für den April.

Abschiedsworte sind wertvolle Erinnerung

Die Tochter geht für ein Jahr ins "au pair" nach Amerika oder der Sohn nach Neuseeland zum FSJ. Der Ehemann muss dienstlich für einige Wochen ins Ausland. Jemand wacht am Bett eines lieben Menschen, der im Sterben liegt. Sicher wählt man die Abschiedsworte sehr behutsam aus. Wie würden meine Abschiedsworte an einen lieben Menschen aussehen? Was wollte ich vielleicht schon immer mal meinem Partner, meinen Kindern oder meinen Eltern sagen? Vielleicht gibt es Dinge, die noch bereinigt werden müssen oder nötige Wertschätzung, die nie so zum Ausdruck kam?

Ja, Jesus ist mit seinen Jüngern ein letztes Mal sichtbar und fühlbar zusammen und er verabschiedet sich mit ermutigenden Worten. Er wählt seine Worte behutsam aus. Kurz vorher zeigt er seinen Jüngern nochmal auf, mit wem sie es eigentlich zu tun haben und hatten: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden…" Er macht ihnen deutlich: „Ich habe das Sagen – ich bin der Sohn Gottes - ich bin der ich bin", und dann beauftragt er sie neu: „Auch wenn ich nicht mehr sichtbar bei Euch bin, so hat sich Euer Auftrag, die Botschaft vom Reich Gottes zu verbreiten, nicht geändert". Dann kommt als Schlusspunkt unser Monatsspruch. Welch eine Ermutigung! In allem sollen sie dies „ICH bin bei Euch" erleben.

Diese Zusagen unseres Monatsspruchs sind auch für uns eine großartige Orientierung. In allen Höhen und Tiefen, allen Freuden und Schmerzen, in allen Herausforderungen und Niederlagen ermutigt uns Jesus, auf ihn zu sehen. Wir dürfen uns wieder neu bewusst werden, an wen wir glauben: an den, der alle Gewalt hat im Himmel und auf Erden. Er ist mit uns und bei uns – ja, was für eine Ermutigung!

In unserer Küche hängt ein schöner Ausspruch: "Ich bin bei dir, du musst es mit nichts allein aufnehmen." Diesen Gedanken habe ich schon oft in schwierigen Momenten gelesen und er hat mir Mut gemacht. Jesus ist da, er geht mit mir. Das ist so eine Ermutigung. Mögen wir diese Stärkung für uns im Alltag, auch jetzt im April, bewusst aufnehmen.

Shalom, Eure Sibylle Wilkening

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