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News

Neues aus dem CVJM Sachsen

Love is in the air!

Der Februar steht an. Mit seinen 28 Tagen wirkt er wie das Stiefkind des Jahres – und doch hält er viel für uns bereit: Winterferien, Fasching, den Beginn der Fastenzeit und den Valentinstag.

Ich bin ehrlich: Mit Letzterem konnte ich bisher nicht viel anfangen. In meiner Familie wurde dieser Tag nie gefeiert, und so richtig kenne ich ihn nur aus kitschigen amerikanischen Liebesfilmen. Doch bei der Vorbereitung auf diese Andacht für den Monat kam er mir immer wieder in den Sinn. Nicht, weil ich hoffe, dass mein Verlobter mich in diesem Jahr mit Geschenken überhäuft, sondern weil mich dieser Tag an die großartigste Liebesgeschichte erinnert.

Sie beginnt in einem wunderschönen Garten – mit Frieden. Sie enthält Verrat, Schmerz und Tränen. Auch ein süßes Baby kommt vor. Und ein Held. Ein Retter, der die Geliebte beschützt und erlöst – und sich dabei selbst opfert.

"Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe." Johannes 3,16

Der schönste und größte Liebesbeweis kommt nicht von Menschen. Er kommt von Gott selbst. Seine Liebe zu dir braucht keine Kompromisse, kein Verstellen, kein Ausdiskutieren. Gottes Liebe zu uns ist rein und bedingungslos. Du musst dafür nichts leisten. Egal, wie mies du Gott behandelst – seine Liebe zu dir wird nicht weniger. Das soll kein Freifahrtschein sein, sondern ist einfach ein Fakt. Er ist schon für dich gestorben, bevor du dich überhaupt für eine Beziehung mit ihm entscheiden konntest.

Kannst du das hören und annehmen? Einfach nur sein – in seiner Liebe. Nicht davor weglaufen, nicht dafür arbeiten – sie einfach annehmen.

Vielleicht ist das ja deine Challenge für den Valentinstag 2026: das Geschenk Gottes – den Tod Jesu – einfach anzunehmen und dich geliebt zu wissen.

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Gott spricht: "Siehe, ich mache alles neu!"

Was für eine gewaltige Ansage - mitten im vorletzten Kapitel der Bibel! Dieser Vers steht im Buch Offenbarung 21,5 und ist sogleich die Jahreslosung für das Jahr 2026. Die Worte sind eingebettet in die große Verheißung, wie dieses Neue aussehen wird. Sie haben unzähligen Menschen schon Trost geschenkt:

"Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz.
Denn was früher war, ist vergangen." Ich freu mich so sehr auf diesen Moment – auf den Tag, an dem all die ungehörten Schreie und nicht enden wollenden Tränen dieser Welt verstummen müssen. Wie gut, dass die Welt nicht auf ein unbestimmtes Ende zugeht, sondern auf ein großartiges Ziel.

Diese Aussage ist aber nicht nur eine Vertröstung auf später, auch wenn sie manchmal der letzte Trost bleibt. Sie erinnert uns daran, dass Gott der Experte für Neuanfänge ist. Das beginnt schon auf den ersten Seiten der Bibel: Aus dem Nichts schafft er die Erde. Aus dem tohuwabohu (hebräisch für "Chaos") entsteht die Welt. Er spricht - und es geschieht. Zwischen diesen ersten und den letzten Seiten der Bibel stehen unzählige Geschichten von Menschen, die Gott erlebt haben als den, der Neues schafft. Der, der die Welt aus dem Chaos gerufen hat, kommt auch mit dem Chaos der Menschen zurecht, in das sie sich selbst und einander bringen. Zentral ist der Neuanfang, den Jesus möglich macht: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." (2. Korinther 5,17)

Versöhnt mit Gott, angeschlossen an seine Kraft und Möglichkeiten, verändert sich das Betriebssystem unseres Lebens. Das hat vor allem etwas mit unserem Herzen zu tun – diesem hart umkämpften Ort. Unser Herz braucht beständige Erneuerung, damit es ein guter, heiler und befreiter Ort wird und bleibt, aus dem Gutes herausfließt. Erneuerte Herzen verändern Menschen. Und erneuerte Menschen verändern Gesellschaft. Auf diesem Weg entstehen starke und relevante CVJMs.

Die Jahreslosung ist auch eine Chance, uns als CVJM zu fragen: Wo brauchen wir Erneuerung? Wo halten wir fest an Strukturen, Abläufen, Traditionen, die einmal hilfreich waren, aber nicht mehr lebendig sind und tragen? Wenn Gott sagt: "Siehe, ich mache alles neu", dann gilt das auch uns als Bewegung. Er lädt uns ein, uns neu von Jesus formen zu lassen – in unserer Haltung, in unserer Leidenschaft, in unserem Blick auf junge Menschen.

"Siehe, ich mache alles neu" – das ist nicht nur ein Vers für die Ewigkeit. Es ist eine Einladung für heute. Gott schafft Neues - in uns, unter uns,
durch uns.

Ich wünsche uns, dass wir mit dieser Haltung und Hoffnung in das neue Jahr starten – offen dafür, wo Gott Neues schaffen will, auch mitten in unserem CVJM. 


Dieses Wort zur Jahreslosung für das Jahr 2026 wurde so erstmals im CVJM Magazin am 19. Dezember 2025 veröffentlicht - hier kannst du es kostenlos lesen!

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Mitten im Dunkel wächst das Licht

Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel bringen Heilung.

Maleachi 3,20

Die Tage werden immer kürzer. Draußen wird es immer spät hell und früh dunkel. Kaum ist der Ewigkeitssonntag verklungen, leuchten in unserem Dorf nun endlich die ersten Lichter: Schwibbögen in den Fenstern, Sterne, Lichterketten in den Gärten. Wir schmücken und lichteln, weil wir es warm und hell haben wollen – gerade, wenn es draußen dunkel, nass und kalt wird.

Inmitten dieser wachsenden Dunkelheit spricht uns der Monatsspruch aus Maleachi 3,20 an: "Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen…"

Mein erster Impuls: Noch ist es dunkel. Noch ist es kalt. Noch ist nichts zu sehen von der angekündigten Helligkeit… Und doch sagt Gott: Die Sonne wird aufgehen, sie macht sich schon auf den Weg. Nicht irgendeine flackernde Kerze im Fenster, nicht eine matte Lichterkette im Baum – die strahlende Sonne der Gerechtigkeit: ein Licht, das wärmt und alles mit Helligkeit durchflutet, ein Licht, das bis in die dunklen Ecken meines Lebens vordringen möchte.

Doch Gott spricht erst einmal in die Dunkelheit hinein:
"Für euch wird die Sonne aufgehen."

Er verheißt kein sofortiges Ende der Dunkelheit, aber er verkündet das Herannahen eines neuen Lichts. Die Sonne der Gerechtigkeit ist im Kommen – bald feiern wir Jesu Geburt. Und mit ihr auch Heilung: für das, was belastet, verletzt und müde macht.

Wenn wir also unsere Lichter einschalten und anzünden, können wir uns daran erinnern:
Gottes Licht ist stärker als jede Dunkelheit.
Und so folgt auf diese Verheißung Jesus selbst, der spricht:
"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Johannes 8,12)

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Das große, weite und liebevolle Herz Gottes

"Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken."

Hesekiel 34,16

Wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster schaue, sehe ich Schafe grasen. Dieses Bild beruhigt und tut meiner Seele einfach gut. Wenn die Lämmer herumspringen und toben, erfreut das unser Herz. Wenn der Besitzer kommt, laufen ihm die Schafe entgegen, drängen sich an ihn und versuchen, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ja, er achtet auf ihr Wohlergehen, bringt ihnen Wasser und, wenn es sein muss, auch zusätzliches Futter – und das bei jedem Wind und Wetter.

Unser Monatsspruch für November stammt aus dem Prophetenbuch Hesekiel. Hesekiel bedeutet übersetzt: "Gott möge stärken, kräftigen." Das ist auch Hesekiels Berufung: Als Prophet hat er die Aufgabe, Gottes Volk zurück zu Gott zu rufen, damit sie von ihm gestärkt werden können.

Welche Aufgabe und Berufung liegen auf meinem Leben? Wozu hat Gott mich begabt – und damit auch für Aufgaben berufen?

Weil die Hirten in Jerusalem kein geistliches Leben mehr führen, sondern sogar im Tempel Götzen anbeten, sich nicht um das Volk sorgen, es vernachlässigen oder sogar in die Irre führen, muss Gott selbst eintreten. Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. (Hesekiel 34,16)

Wo stehe ich vielleicht in einer Position, in der ich für andere sorgen sollte? Wie gelingt mir das gerade – und wo will ich Gott noch mehr um seine Hilfe bitten, dass er sich um Mitarbeitende, Jugendliche, Kinder, Musiker etc. kümmert?

Mich begeistert dieser Monatsspruch. Er zeigt mir das große, weite und liebevolle Herz Gottes – eben seine Art. Er gibt uns nicht auf, auch wenn wir mal auf einem Umweg sind. Aber: Wer kümmert sich heute schon gerne um Menschen, die schwach, verirrt oder verwundet sind?

Ja, gut, dass du mir widersprichst – genau das ist nämlich auch unsere Aufgabe. Und das tun wir, auch im CVJM! Wir dürfen den anderen in den Blick nehmen und uns nicht nur um uns selbst kümmern, weil wir in Gott ein helfendes Vorbild und eine Heimat haben, in der wir selbst zur Ruhe kommen und erfrischt werden. Weil wir einen Hirten haben, der für uns sorgen will (Psalm 23), haben wir auch den Blick frei für den anderen.

Wenn ich das nächste Mal Schafe sehe, steigt in mir vielleicht das Gebet auf: "Vater, Jesus, für wen kann ich heute ein Segen sein?"

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"Das Reich Gottes ist mitten unter euch."

Worüber hat Jesus als Erstes in der Öffentlichkeit gesprochen? Über das Reich Gottes: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen" (Markus 1,15). Das Reich Gottes war der zentrale Inhalt seiner Verkündigung. Schnell wird deutlich: Damit ist kein Gebiet auf der Landkarte gemeint und auch kein politischer Herrschaftsanspruch.

"Das Reich Gottes ist mitten unter euch."

Lukas 17,21

Mit Jesus selbst kommt dieses Reich Gottes zu uns Menschen. Seine Nähe ist das Entscheidende. Denn in seiner Nähe wird Gottes Macht und Kraft erlebbar: Menschen werden heil – innerlich und äußerlich. Menschen bekommen durch Jesus eine neue Identität und werden frei von Bindungen, die sie kaputt machen. Mit Jesus beginnt ein großer Wiederherstellungsprozess, weil er Menschen mit Gott verbindet und sie so in das Leben hineinführt, für das sie geschaffen wurden.

Darum geht es bis heute. In der Pariser Basis wird das Ziel der CVJM-Arbeit beschrieben: "…das Reich ihres Meisters unter jungen Menschen auszubreiten." Das bedeutet bis heute, Menschen in die Nähe von Jesus einzuladen – damit sie in seiner Gegenwart erleben, wie er wiederherstellt, befreit, heilt und erneuert.

Es ist ein Privileg, für diesen König unterwegs zu sein und mitzuerleben, wie er – ganz anders als viele Herrscher dieser Welt – sein Reich baut: mit Barmherzigkeit und Hingabe, Frieden und Gerechtigkeit. Dafür will ich gerne im CVJM unterwegs sein, auf dem Weg hin zu dem himmlischen Königreich, in dem alles Bruchstückhafte und Unvollkommene aufhört. 

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Sela. Halte inne.

Sela. Halte inne. Atme. Eine Anweisung. Eine Aufforderung.

Sela. Komm einen Moment zur Ruhe.

Sela begegnet uns immer wieder in den Psalmen, den Liedern der Bibel. Man nimmt an, dass es ein Zeichen für eine Pause ist. Die Instrumente spielen weiter, doch die Stimmen verstummen – holen Luft, halten inne. Sie sollen der Melodie lauschen und über das Gesungene nachdenken. Sela ist eine Erinnerung daran, zur Ruhe zu kommen.

Gott ist für uns eine starke Zuflucht. In höchster Not steht er uns bei. Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Fundamente der Erde schwanken und die Berge mitten im Meer wanken. Sollen die Wellen doch toben und schäumen und die Berge vor seiner Majestät beben! Sela.

Psalm 46,2–4; Basisbibel

Sela. Atme ein. Komm zur Ruhe. Halte inne.

Wann hast du dir das letzte Mal dafür Zeit genommen? Was tust du, wenn sich deine Welt auf den Kopf stellt – wenn es nicht nur um dich herum, sondern auch in dir stürmt und tobt? Wenn der Alltag und der Stress zu groß werden?

Dieser Liedtext aus Psalm 46 ist eine Erinnerung an genau das: innezuhalten, einen Sela-Moment zu erleben – und sich zu besinnen. Es ist ein Zeugnis dessen, was Gott für uns Menschen sein möchte: eine starke Zuflucht. Ein Ort, an dem wir zur Ruhe kommen, an dem wir auftanken, an dem wir aufatmen können – ein Sela für unser Leben.  

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Bis hierher – mit Gottes Hilfe

"Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge."

Apostelgeschichte 26,22

Dieser Satz von Paulus ist stark. Er blickt zurück auf seinen Weg – mit allem, was dazugehört: Krisen, Herausforderungen, mutige Schritte und viele Erfahrungen mit Gott. Und er sagt: "Bis heute hat Gott geholfen. Deshalb stehe ich hier. Und ich erzähle von ihm."

Das passt gut zu uns im CVJM. Auch wir sind unterwegs – als Einzelne und als Gemeinschaft. Wir gestalten Programme, Sportangebote, Freizeiten, Hauskreise, Jugendkreise. Wir erleben, dass Menschen sich öffnen, dass Beziehungen entstehen, dass Glaube wächst – manchmal sichtbar, manchmal ganz still im Hintergrund.

Und wir kennen auch die Herausforderungen: zu wenig Mitarbeitende, zu viel zu tun, Unsicherheiten, Fragen, Zweifel. Trotzdem sind wir da. Wir stehen – wie Paulus sagt – "heute hier". Und wenn wir ehrlich zurückschauen, können viele von uns sagen:

"Ja, wir haben Gottes Hilfe erlebt. Im Kleinen und im Großen."

Das kann eine gelungene Gruppenstunde sein, ein tiefes Gespräch nach dem Sport, eine unerwartete Spende, ein neuer Mitarbeiter zur rechten Zeit oder einfach die Kraft, dranzubleiben.

Und dann spricht Paulus noch vom Zeuge-Sein. Er sagt nicht: "Ich habe alles verstanden", sondern: "Ich erzähle, was ich erlebt habe." Das ist auch unser Auftrag im CVJM. Nicht perfekt sein, sondern ehrlich sein. Nicht alles wissen, aber bezeugen, was trägt. Glaube lebt davon, dass Menschen erzählen, wie Gott in ihrem Leben wirkt – mitten im Alltag, mitten im Verein, mitten im Team.

Vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, mal durchzuatmen, zurückzuschauen und zu sagen: "Bis hierher – mit Gottes Hilfe."

Und dann weiterzugehen – als Einzelne und als CVJM – mit dieser Gewissheit: Gott war da. Und er bleibt.

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Es ist für dich gesorgt – wirklich.

Manchmal sind Texte aus der Bibel gar nicht so kompliziert. Wir können klar lesen, was zu tun ist. So auch beim Monatsspruch für den Juli.

Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!

Philipper 4,6

Eigentlich beantwortet dieser Vers alle Fragen gleich selbst. Soll ich mir wirklich um nichts Sorgen machen? – Ja, wirklich um nichts!

Muss ich eine Bedingung erfüllen, um meine Sorgen vor Gott zu bringen? – Nein, du kannst in jeder Lage kommen!

Wie soll ich meine Sorgen vor Gott bringen? – Betend, flehend und mit Dankbarkeit!

Doch so einfach ist es dann doch nicht. Klar, es gibt rationale Antworten, und es könnte so unfassbar leicht sein – doch oft ist es eben nicht so. Kopf gegen Herz. Wir verstehen es, und doch zeigt unser Gefühl, unser Verhalten, etwas anderes.

Daher möchte ich euch einmal mit in meinen Garten nehmen. In meinem kleinen Gartenbereich wachsen ganz verschiedene Sachen: Tomaten, Erdbeeren, eine Sonnenblume, ein kleines Stück Bienenwiese, verschiedene Kräuter und noch einiges mehr. Im Grunde brauchen alle Pflanzen dasselbe: Wasser, Sonne, Nährstoffe. Doch ein (Klein-)Gärtner weiß, dass jede Pflanze für sich besonders ist. Manche Pflanzen brauchen nur indirektes Sonnenlicht, andere benötigen speziellen Dünger.

Nehmen wir zum Beispiel meine Tomatenpflanzen. Diese brauchen eine Rankhilfe. Und je nachdem, wie der Boden ist, auch speziellen Tomatendünger. Sie müssen ausgegeizt werden. Ihre Blätter sollten kein Wasser abbekommen, und ihre Wurzeln benötigen einiges an Wasser.

Um nichts davon kümmert sie sich selbst. Weder um Dünger noch um ausreichend – aber nicht zu viel – Sonne. Und auch wenn ich es mir wünschen würde: Gegossen haben sie sich auch noch nie selbst. Die Pflanzen sorgen sich um nichts. Sie ist in der Abhängigkeit von ihrem Gärtner.

Und so ist es doch auch bei uns. Alles, was wir tun können, ist, unsere Wurzeln auszubilden. Sie auszustrecken nach unserem Versorger. Nicht nur mit unserem Verstand. "Sorgt euch um nichts ..." – da reicht kein einfaches "Ja und Amen" dazu. Das muss tiefer gehen.

Es gibt in dieser Welt vieles, was Sorge verdient hätte. Es ist ja nicht so, dass wir unbeschwert durch die Gegend hüpfen, weil bei uns alles toll ist.

Doch wir sollen die Sorge nicht tragen. Du sollst die Sorge nicht tragen. Nicht, weil es nichts gäbe, worum man sich Sorgen machen könnte. Sondern vielmehr, weil wir einen Gott haben, der sich schon darum sorgt. Einen Gott, der diese Last tragen kann – anders als unser Herz.

Du darfst in der Abhängigkeit deines Gottes stehen und wachsen. Du darfst einfach eine Tomatenpflanze sein und deine Wurzeln im Beten und Flehen mit Dank ausstrecken. Weil für dich schon gesorgt ist. 

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Wen übersiehst du?

Stell dir vor: Du kommst zum Training, freust dich auf dein Team – aber dein Coach sagt: "Du darfst heute nicht mitspielen. Du gehörst nicht dazu." So ein Moment trifft ins Herz. Man fühlt sich ausgegrenzt, abgelehnt, vielleicht sogar beschämt.

In Apostelgeschichte 10 geht es genau um so eine Art von Ausgrenzung – allerdings nicht auf dem Sportplatz, sondern im Glauben und im alltäglichen Zusammenleben. Petrus, einer der engsten Freunde von Jesus, bekommt Besuch von einem Mann namens Kornelius. Kornelius war kein Jude – also nach damaligem Verständnis jemand, mit dem man als gläubiger Jude keinen engeren Kontakt haben sollte. Er war „unrein", nicht dazugehörig.

Doch dann spricht Gott zu Petrus – durch eine Vision und durch diese Begegnung. Petrus erkennt etwas.

"Mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf."

Apostelgeschichte 10,28

Das ist ein Satz mit Sprengkraft. Denn er verändert alles: Petrus versteht, dass Gott keine Menschen ausschließt. Nicht nach Herkunft, nicht nach Religion, nicht nach sozialen Maßstäben. Für Gott gibt es keine Menschen zweiter Klasse. Er sieht jeden Einzelnen – als sein Geschöpf, als jemanden mit Würde und Wert.

Und das gilt auch heute.

Vielleicht kennst du Situationen, in denen jemand an den Rand gedrängt wird. Im Team, wenn der "Schwächste" nie den Ball bekommt. In der Schule, wenn jemand immer allein ist. Oder in der Gemeinde, wenn einer nicht ins Bild passt.

Gottes Botschaft an Petrus ist auch eine Botschaft an uns: Hör auf, Menschen auszusortieren. Fang an, sie mit meinen Augen zu sehen. Augen, die liebevoll sind. Die hinter die Fassade schauen. Die nicht nach Leistung, Aussehen oder Coolness urteilen.

Und deshalb die Herausforderung: Wer ist der "Kornelius" in deinem Umfeld? Wen übersiehst du – vielleicht aus Gewohnheit? Wem kannst du diesen Monat ein Stück Wertschätzung und echte Zugehörigkeit zeigen?

Denn bei Gott ist jeder willkommen. Und wir sind eingeladen, das weiterzugeben.


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Was bleibt, wenn alles brennt?

Wann hast du das letzte Mal einen richtig spannenden Krimi gelesen? Einen, bei dem du einfach nicht aufhören konntest, weil du unbedingt wissen wolltest, wie's ausgeht? So ging's mir – aber nicht mit einem Roman, sondern mit der Bibel. Genauer gesagt: mit dem Buch Joel.

Es ging um Feuer, Dürre, Aufforstung – und um mein Herz. Um seine Trockenheit. Um meine Sehnsucht nach Erfrischung. Der Monatsspruch aus Joel 1,19 hat mich erwischt.

Zu dir rufe ich, HERR; denn Feuer hat das Gras der Steppe gefressen, die Flammen haben alle Bäume auf dem Feld verbrannt. Auch die Tiere auf dem Feld schreien lechzend zu dir; denn die Bäche sind vertrocknet.

Joel 1,19
Das klingt krass, oder? Joel und das Volk Gottes stecken mitten in einer echten Krise. Heuschreckenplage, Katastrophen überall – alles scheint kaputt. Und Joel? Er macht das einzig Richtige: Er ruft zu Gott. Er hält ihm seine Not hin, klagt ihm sein Herz. Das kenne ich. Ich hab das selbst schon oft erlebt – in Momenten, wo ich nicht mehr weiterwusste. Wenn alles trocken war in mir. Wenn's gebrannt hat. Und dann kam Gott mit seinem Frieden. Mit neuen Gedanken. Mit Hoffnung.

In Kapitel 2 von Joel sagt Gott: "Kommt zurück zu mir. Lebt echt mit mir – nicht nur so, als ob." Und in Kapitel 3 kündigt Joel etwas Großes an: Pfingsten. Die Ausgießung des Heiligen Geistes. Gottes Nähe. Seine Stimme. Sein Wirken in uns – damit wir wirklich verbunden bleiben. Echt leben.
Genau das durften wir beim Frauen-Wochenende Ende März erleben. Jede Frau bekam ein kleines Heft mit einer besonderen Einladung:
"Schreib einen Brief an Gott. Erzähl ihm, was dich gerade herausfordert. Was dein Herz schwer macht. Wo du dir wünschst, dass er da ist. Und dann schreib weiter – mit: ‚Meine geliebte Tochter …' So, als ob Gott dir antwortet."

Und Gott hat geantwortet. In Tränen. In Ermutigung. In Momenten, die richtig tief gingen.

Wenn du also gerade das Gefühl hast, alles steht in Flammen – deine Seele ist am Austrocknen – dann ruf zu Gott. Schütte ihm dein Herz aus. Er kann aus Asche Neues wachsen lassen.

Ich möchte dir Mut machen, dich ihm ehrlich zu öffnen. Und Antworten zu erwarten.

Zum Schluss noch ein Gebet, das mir beim Wochenende in Selbitz begegnet ist. Von Hanna Hümmer – es hat mich tief berührt:

"Herr, Heiliger Geist, du hast dich in unser Leben hineingegeben.
Du schenkst dich mit der Glut deiner Liebe
und suchst in uns die Liebe, die sich dir innig gibt.
Wir bitten dich um dein Kommen,
um dein heiliges, verzehrendes und klärendes Wirken an uns.
Dir ist nichts unmöglich.
Du verwandelst unser Wesen mit deiner göttlichen Liebe."
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Wenn dein Becher überfließt…

Wann hast du zum letzten Mal dein Glas übervoll eingeschenkt? Einfach so lange weitergegossen, bis eine große Pfütze auf dem Tisch entstand? Ich wage die Vermutung, dass das schon lange her ist – oder vielleicht sogar noch nie absichtlich passiert ist. Es wäre ja auch völlige Verschwendung, und aufwischen will das am Ende auch keiner.

Neulich konnte ich im schwedischen Möbelhaus meines Vertrauens ein Mädchen beobachten, das genau das getan hat. An der Getränke-Selbstbedienung sprudelte ihr Getränk über den Rand, lief am Glas entlang und tropfte nach unten. Und soll ich dir etwas verraten? Es ist überhaupt nichts Schlimmes passiert. Kein Drama, kein Geschimpfe – sie hat das Glas einfach mitgenommen.

Als Kind habe ich Psalm 23 auswendig gelernt. In Vers 5 heißt es: "Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über." Was mich an diesem und auch an den anderen Versen des Psalms am meisten fasziniert: Gott ist so unglaublich verschwenderisch. Er geht immer noch ein Stück weiter.

"Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über."

Psalm 23,5


David bekennt, wie gut Gott zu ihm – zu uns – ist. Gott gibt nicht das Minimum, sondern absolut alles. Und noch mehr. Nichts wird dir mangeln. Er schickt dich, sein Schäflein, nicht auf irgendeine kleine Wiese mit einem dreckigen Wassertrog, sondern er führt dich auf eine traumhafte Weide mit stillem, köstlichem Wasser. Wenn du durch dunkle Täler gehst, musst du dich nicht einmal fürchten. Deinen Feinden zeigt Gott ganz klar, wie besonders du für ihn bist. Er salbt dich – wie einen König. Gott salbt mich wie einen König!?!? Lass dir das einmal auf der Zunge zergehen. Und dann lässt er deinen Becher auch noch überfließen.

Gott tut all dies, obwohl er uns so gut kennt. Weder du noch ich haben irgendetwas dazu beigetragen. Diese Behandlung erhalten wir nicht, weil wir so unglaublich gute Menschen sind – wir wissen beide, dass unser Verhalten oft eher das Gegenteil verdient hätte. Wie groß muss diese Liebe sein, dass Gott so verschwenderisch segnet?

Bist du bereit, das anzunehmen? Diese überströmende, verschwenderische Liebe Gottes? Ist dir bewusst, dass du dafür nichts tun musst – und nichts tun kannst?

Diesen Monat feiern wir Karfreitag und Ostern. Zwei Feste, die ein riesiges Zeugnis von Gottes bedingungsloser Liebe sind. Und ja, aus dieser Liebe wächst vieles – wir dürfen sie weitergeben.

Aber nimm dir doch einmal einen Moment und genieße sie einfach. Sauge sie in dich auf, sei ganz da und lasse dein Glas überlaufen. Und auch wenn es vielleicht deiner Erziehung widerspricht, verspreche ich dir: Wenn man das Glas überlaufen lässt, passiert gar nichts Schlimmes…

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Einladung zur Barmherzigkeit

Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken

3. Mose 19,33

Eine aufgeladene Diskussion rund um das Thema Migration fordert unser Land heraus. Es geht um Zahlen, Gesetze, politische Strategien – der einzelne "Fremde" gerät dabei schnell aus dem Blick. Der Monatsspruch kann nicht alle migrationspolitischen Fragen klären, aber er zeigt eine Herzenshaltung, die Gott wichtig ist. Als Gott sein Volk ins verheißene Land führt, gibt er ihnen eine klare Anweisung: "Einen Fremden sollst du nicht bedrücken." Das hebräische Wort יָנָה (yanah) bedeutet "bedrücken, ausnutzen, schlecht behandeln". Das soll nicht geschehen. Doch Gott geht noch weiter: "und du sollst ihn lieben wie dich selbst" (Vers 34). Damit wird der Fremde zum "Nächsten", für den dieser Auftrag bereits im Vers 18 ausgesprochen wurde: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr".

Fremd sein – eine gemeinsame Erfahrung

Warum fordert Gott das? Weil sein Volk selbst Fremdheit erlebt hat: "Denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägypten." (Vers 34) Wer selbst weiß, wie es sich anfühlt, fremd zu sein, kann mit Fremden anders umgehen.

Das betrifft auch uns. Paulus erinnert Christen an ihre eigene Fremdheitserfahrung: "Ihr wart Fremde und gehörtet nicht zur Gemeinde Israels. Die Zusagen, die Gott bei seinen Bundschließungen gemacht hatte, galten für euch nicht." (Epheser 2,12). Doch dann kam Jesus. Durch ihn sind wir nicht mehr Gäste und Fremde, sondern gehören zur Familie Gottes (Epheser 2,19) – mit allem Guten, das daraus für uns erwächst.

Kleine Zeichen der Barmherzigkeit

Danke, Gott, dass ich von dieser unverdienten Barmherzigkeit leben darf. Das motiviert mich, im Umgang mit Fremden kleine Zeichen dieser Liebe weiterzugeben – sei es ein freundlicher Blick, eine unterstützende Geste oder ehrliches Interesse an der Geschichte eines Menschen. 

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Mit Gott an meiner Seite: Der Weg ist das Ziel

Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen. Vor dir ist Freude in Fülle, Wonne zu deiner Rechten ewiglich.

Psalm 16,11

In meiner Arbeit im Freiwilligendienst, in der Beratung und in der Begleitung von Menschen begegne ich immer wieder Menschen, die unterwegs sind. Sie brechen auf, suchen nach einem Ziel – und manchmal ist der Weg selbst das Ziel. Diese Formulierung begegnet mir oft. Denn Wege verlaufen selten gerade. Es gibt Stolpersteine, Unsicherheiten und Momente, in denen der nächste Schritt unklar ist.

Doch genau darum geht es auch in Psalm 16,11: Der "Weg des Lebens" ist mehr als ein physischer Pfad. Er führt uns nicht nur von A nach B, sondern ist ein Prozess – eine Reise voller Erfüllung, Wachstum und Freude. Dieser Weg ist lebendig. Er entfaltet sich Schritt für Schritt, mit jeder Entscheidung, die wir treffen.

In meiner Arbeit sehe ich, wie wichtig es ist, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Jeder Mensch braucht Orientierung – und manchmal auch jemanden, der ein Stück mitgeht. Der Psalm erinnert uns daran, dass Gott diesen Weg zeigt. Und wir dürfen helfen, dass andere ihre Richtung finden.

Es geht nicht nur um das Ankommen. Die Freude liegt im Unterwegssein – in den kleinen Fortschritten, den Lernmomenten und den Begegnungen, die uns prägen. Manchmal zeigt sie sich in Herausforderungen, in einem tiefen Gespräch oder einfach in dem Wissen: Ich darf immer wieder neu anfangen.

Ich wünsche mir, dass der CVJM Sachsen ein Ort ist, an dem wir ermutigende Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sind. Und ich wünsche dir Menschen an deiner Seite, die dich stärken und dir Raum zur Entfaltung geben.

In diesem Sinne: Lass uns mutig loslaufen!

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Mit Vertrauen ins Ungewisse: Glauben, der bewegt

Sport und Leben haben eines gemeinsam: Beide sind voller Unvorhersehbarkeiten. Ob wir uns einem Einzelwettbewerb stellen oder eine gesamte Meisterschaft bestreiten – das Ergebnis bleibt bis zuletzt ungewiss. Gerade diese Spannung macht ihren besonderen Reiz aus. Ähnlich verhält es sich mit unserem Alltag. Wir setzen uns Ziele, streben nach Erfolg, doch es bleibt eine Grenze dessen, was allein durch eigene Anstrengung erreichbar ist.

Doch es gibt eine Quelle der Hoffnung und unbegrenzten Möglichkeiten: Gott. Im Lukas-Evangelium spricht der Engel zu Maria: "Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich!" (Lukas 1, 37). Diese Worte gelten nicht nur Maria, sondern uns allen. Sie erinnern uns daran, dass wir in Gott einen Partner haben, der jenseits menschlicher Grenzen wirken kann.

Ein inspirierendes Beispiel aus der Welt des Sports zeigt, wie tief dieser Glaube gehen kann. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris sprach die 25-jährige Kugelstoßerin Yemisi Magdalena Ogunleye offen über ihren Glauben. Vor den Wettkämpfen erklärte sie in einem Interview: "Ich wünsche mir eine Bestleistung und vertraue darauf, dass ich meine Kraft voll aus Jesus schöpfe. Vielleicht schenkt mir Gott ja eine Überraschung." 

"Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich!"

Lukas 1,37

Und tatsächlich: Yemisi gewann die Goldmedaille – die einzige für die deutschen Leichtathleten. Ihr unerschütterlicher Glaube und ihr Vertrauen in Gottes Führung wurden belohnt. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, wie Glauben und sportliche Höchstleistung miteinander verbunden sein können.

Beginnen wir dieses neue Jahr mit einem ähnlichen Vertrauen. Egal, welche Herausforderungen auf uns zukommen mögen: Glauben wir daran, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Vertrauen wir darauf, dass er uns die Kraft gibt, unsere Ziele zu erreichen – und vielleicht sogar über uns hinauszuwachsen.

Auf ein spannendes, erfülltes und erfolgreiches neues Jahr 2025!

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Welches Lied singst du heute?

Noten

Stell' dir vor, jemand begrüßt dich mit der Frage: „Welches Klagelied singst du heute?" Was würdest du ihm antworten? Wenn wir ins Gespräch kommen mit Freunden, im Studium oder auf Arbeit, wenn wir die Zeitung aufschlagen, die Medien lesen oder hören, welche Ausrichtungen erleben wir mehr - Dankbarkeit oder Klage? Unsere Empfindungen, unser Denken wird da schon sehr auf das Negative ausgerichtet und dies kann unsere Stimmung stark beeinflussen. Deswegen finde ich es so erstaunlich, dass der Schreiber der Klagelieder trotz negativer Stimmung und herausfordernder Umstände seinen Blick auf die eine Konstante - auf Gott - richtet und mittendrin ein positives Lied anstimmt: „Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß." Klagelieder 3,22-23

Dieser Monatsspruch hat es in sich. Viele Worte sind in unserem heutigen Sprachgebrauch kaum zu finden. Bilde doch mal je einen Satz mit den Worten Güte, Barmherzigkeit und Treue. Nach einigem Überlegen fiel mir folgendes dazu ein:

  • Das gütige Gesicht meiner Oma strahlte Frieden und Liebe aus.
  • Wir wollen in unserer Ehe mit unseren „Macken" barmherziger umgehen.
  • Ein wichtiges Kriterium, das bei Kontaktanzeigen gesucht wird, ist die Treue.

Gott hat uns versprochen, dass er treu bleibt, trotz aller Boshaftigkeit, die von uns ausgeht. Er hat als Zeichen seiner Treue, Barmherzigkeit und Liebe zu uns den Regenbogen erschaffen. Es ermutigt und freut uns, wenn wir dieses Zeichen der Güte Gottes zu uns am Himmel sehen können. Ich wünsche uns, dass wir trotz aller Klagelieder um uns herum oder sogar in uns den Blick immer wieder erheben und uns der Liebe, Barmherzigkeit und Güte Gottes bewusst werden.

Vielleicht kannst du jetzt eine Minute innehalten und Gott für seine Treue und Barmherzigkeit zu uns danken. Wir haben einen großartigen Gott. Halleluja!

In diesem Sinne, Shalom Eure Sibylle Wilkening 

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Näher als du denkst

 „Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?" Jeremia 23,23

Ja, möchte ich spontan auf die Frage antworten. Manchmal habe ich das Gefühl, Gott ist jetzt hier, ganz nah, und ein Zeichen seiner Gegenwart berührt mich. Dann gibt es Momente, die mich herausfordern: das Aushalten der Unbegreiflichkeit Gottes oder das Gefühl, dass er schweigt, wenn ich sein Reden oder Eingreifen so sehr herbeisehne – er scheint fern. Offen gestanden: Bei diesem Thema bleibe ich dauerhaft Lernender. Ich möchte Gottes Gegenwart nicht abhängig machen von meinen Emotionen oder der Erfüllung meiner Erwartungen an ihn. Ein Ausspruch von Evelyn Underhill (Theologin der anglikanischen Kirche) hilft mir etwas dabei:

„Wenn Gott klein genug wäre, um ihn zu verstehen, wäre er nicht groß genug, um ihn anzubeten."

Dann schaue ich etwas genauer hin und entdecke: Bei Jeremia geht es eigentlich um etwas ganz anderes. Kontext ist wieder einmal Trumpf:

„Bin ich etwa nur ein Gott, der in der Nähe ist?«, spricht der HERR. »Bin ich nicht auch ein Gott in der Ferne? Gibt es Schlupfwinkel, in denen sich ein Mensch verbergen könnte, sodass es mir nicht mehr möglich wäre, ihn zu sehen? Bin ich denn nicht überall, fülle ich nicht den Himmel und die Erde aus?" Jeremia 23,23-24

Die eigentliche Story bei Jeremia sind Gerichtsworte an falsche Propheten. Da sind Menschen, die von Gott reden, aber ihm nicht mehr zuhören. Die ihr Ding durchziehen und anderen Menschen nach dem Mund reden. Sie gehen davon aus, dass Gott das eh nicht mitbekommt. Jeremia erinnert sie daran, dass sie an dieser Stelle ihrem sehr kleinen Bild von Gott auf den Leim gehen und er sie zur Rechenschaft ziehen wird.

Das fordert mich heraus: Gibt es etwas, das ich am liebsten vor Gott verstecken will? Jeremia erinnert mich daran, dass das eh nicht funktioniert. Gott sei Dank braucht es das auch nicht, denn es gilt, was Albert Frey einmal treffend auf den Punkt gebracht hat:

„Jesus, dein Licht scheint voll Gnade und Wahrheit. Jesus, dein Licht scheint in unsre Dunkelheit. Jesus, durchdring uns mit Gnade und Wahrheit. Jesus, komm bring uns ins Licht." (Gnade und Wahrheit, Albert Frey)


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Rettung naht

Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

2.Mose 14,13

Dieser Vers entstammt einer dramatischen Episode in der Geschichte Israels. Die Israeliten stehen vor dem Roten Meer, gefangen zwischen den unüberwindbaren Wassermassen und der herannahenden ägyptischen Armee. Inmitten von Angst und Verzweiflung spricht Mose diese kraftvollen Worte aus: „Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!"

Fürchtet euch nicht!

Angst ist eine natürliche Reaktion auf Bedrohungen und Unsicherheiten. Die Israeliten hatten allen Grund zur Angst – sie sahen keinen Ausweg aus ihrer scheinbar aussichtslosen Lage. Doch Mose fordert sie auf, ihre Furcht abzulegen. Im Glauben ist das Vertrauen auf Gottes Macht und Fürsorge eine entscheidende Haltung. Die Aufforderung, sich nicht zu fürchten, erinnert uns daran, dass Gott über den Umständen steht und unser Vertrauen ihn verherrlicht.

Bleibt stehen

In einer Situation, in der jeder Instinkt zur Flucht oder zum Kampf drängt, ruft Mose zur Ruhe auf. „Bleibt stehen" bedeutet, inmitten des Chaos auf Gott zu warten. Es ist ein Akt des Glaubens, sich nicht von der Panik treiben zu lassen, sondern in der Stille und im Vertrauen auf Gottes Eingreifen zu verharren. Diese Haltung des Wartens und Vertrauens ist oft herausfordernd, aber sie öffnet die Tür für Gottes wunderbares Handeln.

Schaut zu, wie der HERR euch heute rettet

Hier liegt die zentrale Botschaft des Verses: Die Rettung kommt vom Herrn. Es ist Gottes Werk, sein Eingreifen und seine Macht, die die Rettung bringen. Unsere Rolle ist es, Zeugen seiner Taten zu sein, in Ehrfurcht und Dankbarkeit. Dieser Aspekt ruft uns dazu auf, die Augen auf das zu richten, was Gott tut, anstatt uns auf unsere eigenen Begrenzungen und Ängste zu konzentrieren.

Auch in unserem Leben stehen wir oft vor „Roten Meeren" – Herausforderungen und Bedrohungen, die unüberwindbar erscheinen. Die Aufforderung aus 2. Mose 14,13 gilt auch uns: In Momenten der Angst und Verzweiflung dürfen wir uns daran erinnern, dass Gott unser Retter ist. Statt in Panik zu geraten sind wir eingeladen, in Glauben und Vertrauen zu verharren, aufmerksam zuzusehen und Gottes rettendes Handeln zu erwarten.

Lass uns in den Herausforderungen unseres Lebens aufhören, in Angst zu fliehen oder aus eigener Kraft zu kämpfen. Stattdessen lasst uns stehenbleiben, im Glauben fest bleiben und darauf vertrauen, dass Gott eingreift und rettet. Seine Wege sind höher als unsere Wege, und seine Macht ist grenzenlos.

Möge dieser Vers uns Mut und Vertrauen schenken, besonders in Zeiten der Not und Unsicherheit. Gott ist treu und mächtig, und er wird uns retten, wenn wir auf ihn vertrauen. 

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Atemberaubend

„Wie atemberaubend schön: Im Zentrum des Universums steht eine Liebesbeziehung!
Der dreieinige Gott schafft aus Liebe den Menschen so, dass er IHN widerspiegelt und zurückliebt."
(M. & E. Lanz, in „Gottes Vaterliebe", Quadro, DtE-Verlag)

In diesem Kontext möchte ich den Monatsspruch Mai beleuchten:

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich. 1. Korinther 6,12

Gott der Allmächtige hat uns als Gegenüber geschaffen, das IHM ähnlich werden darf und soll. Jesus, der Sohn Gottes, bezeichnet sich selbst als das Brot des Lebens, die Tür zum Leben, die Auferstehung und das Leben, der gute Hirte und nach der Offenbarung ist er die Quelle des lebendigen Wassers. Der Heilige Geist möchte in uns, den Kindern Gottes, die auf der Grundlage der Vergebung durch Jesu Sterben am Kreuz leben, zur Kraft, zur Weisheit, zum Fürsprecher und Tröster werden. Ich bin begeistert darüber, als Kind Gottes mit dieser Fülle leben zu dürfen.

Als ich den Vers las, beschäftigten uns gerade die Seelsorgegespräche, die wir mit vielen Ehepaaren über die Jahre hinweg hatten und haben. Wir erleben leider, wie so manches Ungute doch Macht gewinnt, auch wir bilden darin manchmal keine Ausnahme. Doch erleben wir auch, wie wir durch Gottes Liebe und Kraft sowie reinigender Vergebung nach einem Streit wieder neu beginnen können und dürfen. Dies erleben wir nicht immer in unseren Seelsorgegesprächen. Es fällt uns auf, dass oft Kinder Gottes in die tiefe, lebendige und liebende Beziehung zu Gott wenig und kaum eintreten. Jesus möchte Brot, Weinstock und Quelle für unseren Alltag sein. Durch ihn und das Lesen des Wortes Gottes, das uns ernährt und Kraft gibt, können wir in der Freiheit leben, von der Paulus hier spricht. Dann wird unsere Seele ernährt und bekommt Kraft, den zerstörerischen Gedanken, Sehnsüchten und Handlungen zu widerstehen.

Ich sehne mich danach, dass Kinder Gottes wieder verstärkt in Gottes Wort selbst lesen, davon gestärkt und ermutigt werden, mit Jesus reden und von seiner Liebe erfüllt Gutes tun und in seinen guten Ordnungen leben. Zum Schluss ein weiterer Satz von Manfred & Esther Lanz: „Gott selbst möchte für uns Liebhaber, Vater und Freund sein. Beschenkt mit seiner Liebe werden wir befähigt, IHN, uns selbst und andere Menschen zu lieben."

Shalom Eure Sibylle Wilkening

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Wie ein Baum gepflanzt an Wasserbächen

 Im Psalm 1 wird ein Mensch beschrieben, welcher Lust und Freude am Wort Gottes hat und über diese Worte nachsinnt. Von diesem Menschen heißt es: „Er ist wie ein Baum, der nah am Wasser gepflanzt ist, der Frucht trägt Jahr für Jahr und dessen Blätter verwelken nicht."

Unsere Wälder haben in den letzten Jahren durch die Trockenheit sehr gelitten. Manche Hölzer sind sogar schon am Absterben. Häufig schauen wir auf die Baumkronen, bewundern die schönen Blüten und freuen uns an den reifenden Früchten. Diese sind nicht selbstverständlich.

Das Geheimnis liegt zu großen Teilen in der Wurzel begraben. Die Wurzel sorgt für Nährstoffe und Wasser. Sie ist unsichtbar, in der Erde vergraben. 

Was sind deine Nährstoffe und was macht dich lebendig?

Psalm 1 lädt uns dazu ein, Gottes Wort zu studieren und als Lebensquelle zu entdecken. Zu Ostern bin ich besonders an das Kreuzesgeschehen von Jesus erinnert. Er ist für uns gestorben und hat alle Gottesferne souverän ausgehalten. Am Ostermorgen erstrahlt die Osterfreude und die Auferstehungskraft kann als unbeschreibliche Nährquelle wirksam werden.

In Psalm 1 lesen wir auch, achtsam zu sein, sich dieser Quellen nicht berauben zu lassen. In diesem Sinne wünsche ich uns, dass wir immer wieder auf Menschen treffen, die uns durch Gottes Wort bestärken, lehren und Vorbild sind. Es ist eine Einladung, in Gemeinschaft zu glauben und allen Zweifel gut aushalten zu können.

Jetzt im Frühjahr können wir uns an den Blüten der Bäume erfreuen als Vorboten für die Früchte, die folgen werden. Es sind Boten einer verborgenen Lebensquelle.

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Bis hierher und weiter: Die Eben-Eser-Erinnerung

Beim Vorbereiten eines Seminars über das 1. Buch Samuel bin ich vor kurzem auf einen echten „Goldnugget-Vers" gestoßen:

„Da nahm Samuel einen Stein und stellte ihn zwischen Mizpa und Schen. Und er gab ihm den Namen Eben-Eser und sagte: Bis hierher hat der HERR uns geholfen." 1. Samuel 7,12

Die Story dazu ist schnell erzählt. Das Volk Israel befindet sich im Kampf mit den Philistern, die ihnen immer wieder das Leben schwer machen. Der Prophet Samuel setzt sich in dieser Situation für das Volk ein: „Dann schrie Samuel zum HERRN, dass er Israel helfen sollte …" (7,9) und kurz zusammengefasst - sie erleben die erhoffte Hilfe und besiegen die Philister. Dann stellt Samuel einen Stein mit dieser faszinierenden Inschrift auf: „Eben-Eser" – „Bis hierher hat der HERR uns geholfen."

Samuel setz diesen Stein als ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit und als Erinnerung an Gottes Hilfe und Treue. Das inspiriert mich. Immer wieder lese ich in der Bibel die Aufforderung, Dankbarkeit gegenüber Gott auszudrücken. Dabei bin ich mir sicher: Gott braucht nicht meine Dankbarkeit. Vielmehr benötige ich diese Haltung der Demut und Dankbarkeit, um mich daran zu erinnern, dass mein Leben von dem lebt, was Gott mir gibt und ermöglicht. Und ich möchte mich an Gottes konkrete Unterstützung und erhörte Gebete erinnern, wie Samuel es tat, denn solche Erinnerungen stärken mein Vertrauen in Gott für die Zukunft. Ich brauche diese Erinnerungen, weil ich sonst zu schnell vergesse. Es muss nicht unbedingt ein Stein sein, aber es ist eine Möglichkeit. Manchen hilft auch ein kleines Dankeheft, in das sie Erlebnisse mit Gott schreiben, oder kleine Klebezettel an wichtigen Stellen in der Wohnung verteilt.

Fragen zum Weiterdenken:
Wie drücke ich Dankbarkeit für Gottes Hilfe in meinem Leben aus?
Was sind die „Eben-Eser-Momente" in meinem Leben, die Meilensteine der Hilfe Gottes sind?



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