"Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken."
Hesekiel 34,16
Wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster schaue, sehe ich Schafe grasen. Dieses Bild beruhigt und tut meiner Seele einfach gut. Wenn die Lämmer herumspringen und toben, erfreut das unser Herz. Wenn der Besitzer kommt, laufen ihm die Schafe entgegen, drängen sich an ihn und versuchen, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ja, er achtet auf ihr Wohlergehen, bringt ihnen Wasser und, wenn es sein muss, auch zusätzliches Futter – und das bei jedem Wind und Wetter.
Unser Monatsspruch für November stammt aus dem Prophetenbuch Hesekiel. Hesekiel bedeutet übersetzt: "Gott möge stärken, kräftigen." Das ist auch Hesekiels Berufung: Als Prophet hat er die Aufgabe, Gottes Volk zurück zu Gott zu rufen, damit sie von ihm gestärkt werden können.
Welche Aufgabe und Berufung liegen auf meinem Leben? Wozu hat Gott mich begabt – und damit auch für Aufgaben berufen?
Weil die Hirten in Jerusalem kein geistliches Leben mehr führen, sondern sogar im Tempel Götzen anbeten, sich nicht um das Volk sorgen, es vernachlässigen oder sogar in die Irre führen, muss Gott selbst eintreten. Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. (Hesekiel 34,16)
Wo stehe ich vielleicht in einer Position, in der ich für andere sorgen sollte? Wie gelingt mir das gerade – und wo will ich Gott noch mehr um seine Hilfe bitten, dass er sich um Mitarbeitende, Jugendliche, Kinder, Musiker etc. kümmert?
Mich begeistert dieser Monatsspruch. Er zeigt mir das große, weite und liebevolle Herz Gottes – eben seine Art. Er gibt uns nicht auf, auch wenn wir mal auf einem Umweg sind. Aber: Wer kümmert sich heute schon gerne um Menschen, die schwach, verirrt oder verwundet sind?
Ja, gut, dass du mir widersprichst – genau das ist nämlich auch unsere Aufgabe. Und das tun wir, auch im CVJM! Wir dürfen den anderen in den Blick nehmen und uns nicht nur um uns selbst kümmern, weil wir in Gott ein helfendes Vorbild und eine Heimat haben, in der wir selbst zur Ruhe kommen und erfrischt werden. Weil wir einen Hirten haben, der für uns sorgen will (Psalm 23), haben wir auch den Blick frei für den anderen.
Wenn ich das nächste Mal Schafe sehe, steigt in mir vielleicht das Gebet auf: "Vater, Jesus, für wen kann ich heute ein Segen sein?"