25 Jahre lang engagierte sich Horst Windisch (69) ehrenamtlich im Vorstand des CVJM Sachsen – viele Jahre als Vorsitzender. Neun Jahre nach seinem Abschied ist der Träger der sächsischen Annen-Medaille den CVJMern noch immer treu. Im Interview erzählt er, was ihn antreibt und wo er heute aktiv ist.
Horst, du warst 25 Jahre lang im CVJM-Vorstand, viele Jahre davon als Vorsitzender. Was hat dich damals motiviert?
Horst Windisch: Meine Wurzeln liegen in der christlichen Jugendarbeit der DDR – ich war JG-Leiter in Zwickau und später im Jungmännerwerk. 1991 habe ich Verantwortung im Landesverband übernommen, weil es mich begeistert hat, jungen Menschen den Glauben nahezubringen und sie zu ermutigen, sich auszuprobieren.
Der CVJM steht für Gemeinschaft, Glaube und Verantwortung. Wie hast du diese Werte erlebt?
Als Vorsitzender braucht man ein weites Herz für die Vielfalt der Arbeit. Es gab damals ein Spannungsfeld zwischen sozial engagierten Menschen und klassischer Gemeindearbeit. Diese Gegensätze mussten wir als Vorstand aushalten und Brücken bauen.
Neben dem CVJM bist du leidenschaftlicher Läufer. Gibt es Parallelen?
(Lacht) Einen kompletten Marathon bin ich nie gelaufen – aber Halbmarathon beim Oberelbemarathon, und da will ich auch dieses Jahr wieder antreten. Beim Laufen geht's darum, anzukommen. Das passt zum CVJM: Es geht nicht um Höchstleistung, sondern darum, dranzubleiben und sein Ziel zu erreichen. CVJM-Arbeit ist kein Sprint, sondern Ausdauersport.
Was machst du heute?
Ich bin noch als IT-Berater tätig – aber vor allem Opa von drei Enkeln! Zweimal pro Woche jogge ich, um fit zu bleiben. Im CVJM engagiere ich mich weiterhin für die 60+-Arbeit, wo sich ehemalige Wegbegleiter treffen. Außerdem begleite ich weiterhin die internationale Arbeit in Südafrika.
Was gibst du der nächsten Generation von Ehrenamtlichen mit?
Das Wichtigste ist ein fester Glaube an Jesus – er gibt Halt, auch wenn's mal herausfordernd wird. Man sollte offen für andere Meinungen sein und Spannungen aushalten, statt sie einfach abzutun. Und als Wissenschaftler sage ich: Meinung und Person trennen! CVJM braucht eine sachliche Auseinandersetzung – und vor allem mehr Miteinander-Reden.