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Neues aus dem CVJM Sachsen

Alles wunderbar!

Klick auf die Krone!
Wir wollen als CVJM junge Menschen nicht zuletzt auf das Leben vorbereiten. Ich spreche hier nicht von dem, was Schulen und Ausbildungsstätten an Bildungsauftrag übernehmen. Lasst es mich an einem Beispiel verdeutlichen. Ich erzähle euch von einer Freundin und bevor Fragen aufkommen: Diese Geschichte ist nicht erfunden, sondern wirklich war.

Meine Freundin ist in Mecklenburg auf einem Dorf geboren. Sie hatte bei der Bahn gelernt und einen guten Job. Mit ihrem Mann gründete sie eine Familie, bekam zwei Kinder und sie bauten ein Eigenheim. Ab dann wurde das Leben aber ein besonderes. Als erstes erlitt meine Freundin eine Lungenembolie, die sie aus ihrem Job katapultierte. Es war eine besondere Herausforderung, dann wieder ins Leben zurückzufinden. Ihr Mann lernte in dieser Zeit eine andere Frau kennen und lieben und verließ meine Freundin, welche nun mit zwei Kindern und einem Schuldenberg vom Hausbau allein dasaß. Sie verkaufte das Haus, rappelte sich auf und stieg ins Versicherungsgeschäft ein. Die erste Firma, bei der sie arbeitete, war aber nicht nett zu ihren Kunden und bald schon konnte sie sich nicht mehr damit identifizieren, was sie den Menschen da verkaufte.

Es ging weiter. Sie gründete mit einem Partner eine eigene Agentur. Nach anfänglichen Erfolgen kam es schnell dazu, dass der Partner immer mehr Raum nahm und es Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen gab. Immer öfter flossen Gelder nicht an meine Freundin, die hätten kommen müssen. Privat stellte sich eine neue Beziehung ein. Zwischendrin baute meine Freundin eine Gemeinde in Rostock mit neu auf mit einer Pastorin, zu der sich auch eine sehr enge Freundschaft entwickelte. 

Die Jahre gehen ins Land, die gemeinsame Versicherungsagentur wird immer schwieriger. Die liebgewonnene Pastorin bekommt Krebs. Die Tochter des neuen Mannes gebiert ein totes Kind. Die Eltern sterben, der Mann erleidet einen Schlaganfall, verliert danach seinen Bruder, die Schwiegermutter wird dement. Die liebgewonnen Leih-Enkelkinder ziehen aus Rostock fort und so sitzt meine Freundin nun sehr einsam mit vielen Problemen zu Hause. Ein Oberschenkelhalsbruch im fortgeschrittenen Alter ist nicht cool und sorgt dafür, dass auch Wanderungen und andere Hilfsmittel, die ein wenig Kraft zurückgeben, nicht mehr möglich sind. Ich erzähle von einem ganz normalen Leben. Ich erzähle von einer starken Frau, die sich durch die „Achs", die es im Leben gibt, durchbeißt. Manchen erinnert ihre Geschichte an Hiob – dieses krasse Buch aus der Bibel.

Wir müssen uns keinen Illusionen hingeben: Unter jedem Dach gibt es mindestens ein Ach. Vielleicht nicht so gebündelt wie bei meiner Freundin aus Rostock, aber leicht ist kein Leben auf dieser Erde. Und wir müssen uns auch mit Jesus nichts vormachen: Eine Beziehung zu ihm schützt uns nicht vor all dem Leid. Meine Freundin ist das beste Beispiel. Sie hat den Herrn Jesus leidenschaftlich lieb. Ebenso mag sie Menschen. Geholfen hat ihr das nicht auf den ersten Blick. Die Schläge des Lebens blieben ihr deswegen nicht erspart.

Aber genau darauf bereiten wir im CVJM junge Menschen vor. Und das, was wir dabei tun dürfen, ist ein Privileg: Wir dürfen den Menschen eine Partnerschaft mit dem Gott anbieten, der all das Leid sieht und sagt: „Ich weiß". Wir dürfen sie mit keinem geringeren bekannt machen als mit Jesus, der die Krone trägt. Diese Krone, die nicht in erster Linie eine goldene Königskrone ist, sondern eine Krone des Leides, eine Krone des Verrates, eine Krone der Verletzungen, wie mein Freund Davee in seinem Song „Krone" sagt. Jesus begleitet uns in unserem Leben und versteht uns. Gott sitzt nicht irgendwo in der Ferne mit viel Macht. Vielmehr ist er nah, mitfühlend, aushaltend. Es ist viel leichter, einen Rat von jemandem anzunehmen, der mich mit Verständnis und Liebe begleitet, als mir Machtwörter von fernen Institutionen ins Leben sagen zu lassen. Das erachte ich als die wohl beste Vorbereitung für ein Leben. Dann kann es auch so werden, wie das meiner Freundin. Wenn ihr sie fragt, wie ihr Leben so ist, kommt ein Wort als erstes: Wunderbar! Mit ihrem Herrn hat sie neben all dem Leid schon viele, viele Wunder erleben dürfen und das ist wunderbar!

Amen 

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