Vom Feilen und Lesen lernen

Umkehrschwung2Mit diesen beiden Bildern möchte ich einen kleinen Eindruck von der gegenwärtigen Arbeit in den Jugendwerkstätten Umkehrschwung vermitteln. Seit einigen Monaten gehen hier (auf dem Gelände des Flughafens Dresden in den Räumen unseres Mitglieds http://www.umkehrschwung.de/) 20 junge Männer aus Afghanistan ein und aus. Es sind zumeist unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die für eine Schul- oder Lehrausbildung vorbereitet werden sollen. Dafür heißt es, zunächst die deutsche Sprache erlernen und erste handwerkliche Fertigkeiten erwerben. Vielen fällt dies nicht leicht, da sie in ihrem bisherigen Leben u.U. kaum oder sogar noch nie eine Schule erlebt haben (die Analphabetenrate beträgt in Afghanistan bis zu 70%!).

Für Dr. Alexander und Martina Mitwalsky und ihr Pädagogenteam stellt dies eine große Herausforderung dar, die sie aber gern annehmen.

Die jungen Flüchtlinge werden in 2 Gruppen geteilt, die abwechselnd Unterricht und Praxis in der Metall- und Holzwerkstatt nehmen. Daher müssen Stift, Feile und Säge regelmäßig gewechselt werden, was den jungen Männern auch sichtlich Freude bereitet. Darüber hinaus haben sie verschiedene Möglichkeiten des Austausches besonders bei den gemeinsamen Mahlzeiten.Umkehrschwung1

Neben den Sprachbarrieren und den zu überwindenden kulturellen Unterschieden ist für die Umkehrschwung gGmbH die leider oft „wacklige“ Finanzierung dieser wichtigen Arbeit eine große Schwierigkeit. Obwohl es sicher mehrerer Jahre bedarf, die meisten der jungen Menschen auszubilden, ist die Finanzierung momentan gerade einmal im 1. Quartal dieses Jahres gesichert. Gegenwärtig laufen daher Gespräche zu Sicherung einer besseren Finanzierung der Arbeit der Jugendwerkstätten und es ist zu hoffen, dass sich der Wille zur Integration der jungen Flüchtlinge bei uns durch die längerfristigere Bereitstellung einer Finanzierung seitens der verantwortlichen staatlichen Stellen zeigt.

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