TEN SING HOME-Seminar

HOME-TNEnde November fand das deutschlandweite HOME-Seminar, ein Wochenende für geistliche Leiter bei TEN SING statt. Vier Jugendliche aus Sachsen waren auch dabei – einer berichtet hier über seine Erlebnisse:

Seit ich erstmals überredet wurde, auch mal mit ins Kloster zu fahren, ist das HOME-Seminar für mich eine feste Größe in jedem TEN SING-Jahr. Zu Beginn des Winters, wenn man vor nassem, dunklem Herbst schon droht, eine depressive Phase zu entwickeln, ist so ein Wochenende voller Ruhe, Besinnlichkeit, Raum zum Nachdenken und lieben Menschen genau das Richtige. Das HOME steht als einziges TEN SING-Seminar nicht vordergründig für viel Action und Lärm, sondern mehr für Begegnung. Begegnung mit anderen TEN SINGern aus ganz Deutschland natürlich, aber auch Begegnung mit Gott, Begegnung mit sich selbst und Begegnung mit vielen Gedanken zu aktuellen und persönlichen Themen.
Und Begegnung mit der Klostergemeinschaft. Seit einigen Jahren findet das HOME im Kloster Volkenroda in Thüringen statt. Die Gegebenheiten dort eignen sich für Workshops und Talkshops, vor allem aber auch für genau das Maß an sozialen Kontakten, das jeder gerade für sich braucht, vom geselligen Spieleabend im „langen Gang“ bis zum zurückgezogenen Nachdenken in der Bibliothek oder einem der vielen ruhigen Orte des Außengeländes.
Auch das Programm bietet jedem so viel, wie er braucht. Das HOME 2015 stand unter dem Thema „Freiheit“ – die dazu angebotenen Talkshops boten ernste Gespräche zu Freiheit im Gefängnis, nachdenkliche Gespräche zu innerer und äußerer Freiheit und philosophische Diskussionen zum freien Willen. Mir selbst war an diesem Wochenende eher nach Schreiben zumute als nach Diskutieren – auch das war möglich. In unserer Schreibwerkstatt konnten wir frei von der Seele schreiben – angeleitet und inspiriert von einigem methodischem Input, vor allem aber für uns selbst.
Wer mit Fragen und Gedanken zum HOME fährt, kommt meistens mit mehr Fragen und mehr Gedanken zurück, fühlt sich dabei aber besser als vorher. Wer in seinem Alltag keinen Raum hat, sich selbst zu sortieren, wird hier allein gelassen, wer jemanden braucht, um sein Gedankenwirrwarr zu teilen, wird jemanden finden, der gerne zuhört. Und natürlich rauchen uns nicht nur die Köpfe – im Abendprogramm kommt auch die Musik nicht zu kurz und anschließend bietet sich bei Tee, Keksen und Tabu die Gelegenheit, alte Bekannte wieder zu treffen oder neue Freunde zu finden.
Mit dem Gottesdienst der Klostergemeinschaft am Sonntag war das HOME nach kaum zwei Tagen und zwei langen Nächten auch schon fast wieder vorbei. Trotz der kurzen Zeit fließen beim gemeinsamen Abschied etliche Tränen – so manch einen hat ein Erlebnis oder eine Erkenntnis hier sehr bewegt, manchem ist ein neuer Freund ans Herz gewachsen. Unsere Reisegruppe aus Sachsen wird jedenfalls 2016 wieder dabei sein und wir können es jedem ans Herz legen, auch einmal am HOME teilzunehmen – mehr oder weniger gläubig, schüchtern oder gesellig, ruhig oder gesprächig, beim HOME wird jeder gerne aufgenommen.

                                                                                                                                                         von Christian Gredig (TEN SING Chemnitz)