Mutige Christen mit jubelnden Herzen

Bundesarchiv, Bild 183-R0211-316 / CC-BY-SA 3.0

Dietrich Bonhoeffer mit Schülern (1932)

Monatsspruch Juni 2017:
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.  Apg. 5,29

Denken wir an mutige Christen, so fallen uns Menschen, wie Sophie Scholl und Dietrich Bonhoeffer ein. Sie stehen für viele Namen, die in einer schweren Zeit bekennenden Glauben lebten, der sie viel kostete. Wir kennen solche Christen auch aus den eigenen Reihen – Eberhard Heiße, Albrecht Kaul und Theo Lehmann sind nur einige, die in der DDR-Zeit unter vielen Herausforderungen für ihren Glauben einstanden. Schauen wir in die Gegenwart, berichtet beispielsweise Open Doors von ausreichend Begebenheiten, in denen Christen um ihres Glaubens willen ihr Leben aufs Spiel setzen.

Schweigen ist keine Option

In der Apostelgeschichte wird von Menschen berichtet, die das, was wir heute bekennen, ganz live erlebt haben. Diese WUNDER-volle Zeit bewegt ihre Herzen so sehr, dass sie unbedingt davon erzählen müssen. Sie stoßen damit nicht nur auf Wohlwollen und es wird ihnen verboten. Das hält sie aber nicht davon ab, denn als geisterfüllte Zeugen der Geschehnisse ist Schweigen für sie keine Option. Sie begründen ihr Tun mit den Worten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.  Apg. 5,29

Wie ist das bei uns heute? Bewegt die gute Nachricht unsere Herzen auch so brennend, dass wir das innere Bedürfnis haben, jederzeit und überall Zeugen dafür zu sein? Wir schmettern fröhlich zu Lobpreiszeiten „Ich kann nicht schweigen, von dem, was du getan hast…“ – aber jubelt unser Herz denn wirklich immer und können wir gar nicht anders, als von IHM zu erzählen?

Unsere Generation lebt jetzt in einem Deutschland, in dem mittlerweile fast alles gesagt und geglaubt werden darf. Es ist schwer vorstellbar, was es heißt etwas zu bezeugen und damit Kopf und Kragen zu riskieren. Auch löst das Wort „Gehorsam“ in uns wahrscheinlich erst mal wenig freudige Bereitschaft, dafür aber viele Bedenken aus. Man sieht möglichweise sofort die eigene Freiheit, die Entscheidungsfähigkeit und Mündigkeit in Gefahr. Gehorsam hier meint aber in erster Linie eine geisterfüllte innere Herzensüberzeugung, aus der heraus Handlungen entstehen.

Gott gehorchen

Gott gehorchen bringt uns in Bewegung. Vielleicht geschieht das im ersten Moment nicht immer ganz freiwillig und manchmal hätten wir uns selbst ganz andere Wege gesucht. Vielleicht kostet es viel Kraft, weil wir gegen den Strom schwimmen müssen, mit Herausforderungen zu kämpfen haben und nicht alles hinnehmen, weil es ist, wie es ist oder eben immer schon so war.

Gott gehorchen heißt auch, die (Glaubens-)beziehung immer wieder neu auszurichten, zu intensivieren oder sich wieder neu einander anzunähern. Kann ich Gott überhaupt hören oder lasse ich ihn bewusst auf Abstand und beschalle mich mit den säuselnden Klängen der seichten Alltagsmusik oder den dröhnenden Partysounds der Welt?

Gott gehorchen braucht Mut. Ob die Jünger, ein Dietrich Bonhoeffer, die Christen der bekennenden Kirche in der DDR oder die Christen in Nord Korea heute in ihren Bekenntnissen trotz aller Überzeugungen immer frei von Angst waren und sind, glaube ich nicht. Im Vergleich dazu sind unsere Herausforderungen natürlich ganz anderer Art. Dennoch sind Angst, Sorge und Mutlosigkeit in jeder Situation lähmend. Deshalb beeindruckt mich ein Zitat jedes Mal wieder aufs Neue: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist, als Angst. Mut braucht also manchmal eine Entscheidung und Entscheidungen brauchen manchmal Mut.

In diesem Sinne wünsche ich uns jubelnde Herzen und weniger Schweigen.

Über uns Lydia Schädlich

Als Referentin im CVJM Sachsen bin ich vor allem für die Bereiche FSJ und Jugendsozialarbeit unterwegs. Junge Menschen auf einem sehr prägenden Stück Lebensweg zu begleiten, zu beraten, sie zu fördern und herauszufordern, ist mein Herzensanliegen für diese Arbeit. Mir ist es wichtig, Menschen als ganzheitliche Geschöpfe Gottes zu sehen, ihnen in ihrer aktuellen Lebenssituation zu begegnen, ihre Ressourcen und Begabungen zu erkennen und zu fördern. In der Jugendsozialarbeit möchte ich Haupt- und Ehrenamtliche in dieser Arbeit unterstützen und ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben. Ich freue mich, dass wir als Christen im CVJM gemeinsam unterwegs sind, um in dieser Welt an verschiedenen Stellen Licht zu sein.

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