Evangelisation. Wo geht die Reise hin?

Chris Pahl und Johannes Bartels beim Dialog predigen

Am letzten Wochenende fand vom 13.-14.04. die Zukunftswerkstatt für Jugendevangelisation im Kloster Wechselburg statt. Aus verschiedensten Arbeitsbereichen sind Leute dazu gekommen um gemeinsam über dieses Thema nachzudenken. So waren Mitarbeiter wie Teilnehmer der Evangelischen Jugend, Kirche Unterwegs, EC, Schüler_SMD, Christliche Motorradfahrer, Landeskirchliche Gemeinschaft, CVJM und vermutlich noch ein/zwei Gruppierungen die ich jetzt schon wieder vergessen habe dabei.

Bibelarbeit mit Johannes Berthold

Bewegt hat uns die Frage, wie Evangelisation bei den heutigen Jugendlichen funktionieren kann. Wie bringen wir die Botschaft an den Mann, sodass da tatsächlich etwas passiert. Johannes Berthold (Landeskirchliche Gemeinschaft) hat uns in seiner Bibelarbeit zu 1. Kor 9 nahegebracht, dass zielgruppenorientiertes herangehen keine Methode unserer Zeit ist. Den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche… Doch wie nah kommen wir an bestimmte Menschen heran? Irgendwann gibt es da eine Ekelgrenze, einen so deutlichen Unterschied in den Lebenswelten, sodass wir da nicht hinkommen, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Es braucht also mehr als nur den einen Menschen, der zu allen geht. Im weiterführenden Input von Katharina Haubold (CVJM Hochschule) ging es um genau diese Konsequenzen der Milieu-Forschung. Als Kirche erreichen wir von den in Deutschland gesichteten zehn Gesellschaftsgruppierungen zwei bis drei. Wie kommen wir zu den anderen?
Wie kann Kirche der Zukunft aussehen? Können wir von Gemeinde reden, wenn gewisse Leute nie in dieses

Katharina Haubold mit freshen Impulsen

Gebäude gehen? Halten wir es aus, dass wir so unterschiedlich sind und trotzdem den gleichen Gott anbeten?

Meine Hoffnung für dieses Wochenende war, dass wir da gemeinsam eine Idee finden, ein Konzept entwickeln, welches wir in Sachsen an den Start bringen können. Damit in unterschiedlichen Regionen die Menschen, in ihrem Wunsch Jesus bekannt zu machen, unterstützt werden können. Pustekuchen. „Die Wege sind viel viel länger und sind viel viel schwieriger.“ (Katharina Haubold) Ich bin nach diesem Wochenende eher ernüchtert; und dann auch voll Hoffnung. Ernüchtert, weil es dieses eine neue Konzept wohl nicht geben wird. Voll Hoffnung, weil wir im CVJM eben schon mehr Menschen erreichen, die zu Kirche keinen Draht finden. Die Erfahrung aus dem anglikanischen Raum hat da ein einfaches Prinzip wieder deutlich gemacht. Es braucht einen kleinen Kern begeisterter Menschen, die für Jesus brennen. Deren Existenz für andere anziehend ist, weil sie sich vom Mainstream abhebt. Die nicht die hundertste Aktion machen um Leute einzuladen, sondern die hingehen und bleiben. Hingehen- Dorthin wo die Menschen sind und Zeit miteinander verbringen. Die nach den Fragen der Menschen an diesem Ort fragen wollen ohne Antworten zu geben, die keiner hören will. Hingehen- sich aufmachen, loslaufen um vorzuleben wie Glaube im Alltag praktisch wird. Und dann kann es nach knapp 20 Jahren passieren, dass Menschen, die durch Generationen des Atheismus geprägt waren, sich dieser Hoffnung zuwenden, die wir bereits kennen.

Vielleicht kann es sein, dass es jetzt dran ist, diese Menschen zu finden um sie ihn ihren Situationen zu unterstützen. Wer hat dieses Feuer und will losgehen, braucht aber noch Jemanden, mit dem er über Fragen nachdenken kann?

 

Über Sebastian Gerhardt

Nachdem ich in Thüringen aufgewachsen bin habe ich schon in Niedersachsen, Hessen und in Schleswig-Holstein gewohnt. Nun bin ich seit einigen Jahren in Sachsen. Als gelernter CVJM-Sekretär und studierter Sozialpädagoge bin ich mit dem Herzen bei der Sache, wenn Jugendliche begleitet werden sollen, ihren eigenen Weg zu finden.

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