Erledigt!

Der Monatsspruch für März 2018 steht in Johannes 19,30 und lautet:

Jesus Christus spricht: „Es ist vollbracht!“

Wer kennt das nicht – du hast dich eine Zeit lang gemüht, je nach Größe des Projektes einige Stunden, Tage, Monate oder gar Jahre. Und dann ist es endlich fertig. Du trittst in Gedanken oder auch tatsächlich ein wenig zurück, betrachtest mit gewissem Stolz und denkst dir: Jetzt ist es (endlich) erledigt!

Wir leben in der Passionszeit und der Monatsspruch für den März aus dem Johannesevangelium ist der Tief- und gleichzeitig Höhepunkt des Wirkens unseres Herrn. Sein Projekt „Errettung der Welt“ hat er erfolgreich abgeschlossen und kann sich dennoch nicht zufrieden zurücklehnen. Dabei hätte ihm nach allem, was er gerade in den Jahren seines Wirkens zuvor verändert hatte, gerade dies zugestanden. Jesus, Sohn Gottes, des Schöpfers unserer Welt, hat sich als Kind in einem verlassenen Stall am Rand der Gesellschaft klein gemacht, obwohl er dies nicht nötig gehabt hätte. In der Wüste hat er den großartigen Verlockungen des Teufels widerstanden, er hat viele Kranke geheilt, Tote auferweckt, zerbrochene Herzen geheilt und ist deshalb aus menschlicher Sicht zu Recht Messias genannt worden.

Kreuz

Doch dieser Herr der Welt sitzt nicht auf einem bequemen Thron und sagt mit fröhlicher Gelassenheit: „Es ist vollbracht.“ Nein, er schreit es mit letzter Kraft heraus – regungslos mit Nägeln an einem Marterholz fixiert, voller unerträglicher Schmerzen und in totaler Einsamkeit. Diese Situation ist so grotesk, dass sich in mir alles sträubt, sie zu akzeptieren. Ich möchte am liebsten alle Menschen der damaligen Zeit aufrütteln und anklagen, weshalb sie so mit Jesus umgehen konnten. Sie waren es doch, sie haben ihn erledigt, ihn und sein Lebenswerk in den Dreck getreten.

Es gilt mir!

Doch im Nachsinnen darüber stelle ich ganz schnell fest, dass ich diesen Menschen gleich bin. Wie oft habe ich Jesus in meinem Leben an den Rand gedrängt, bin meine eigenen Wege gegangen und habe getrennt von Gott gelebt?! Die letzte Kraftanstrengung von Jesus, sein letzter Blick und die drei entscheidenden Worte – sie gelten deshalb mir! Er hat mir damit die Möglichkeit eröffnet, meine Trennung von Gott zu überwinden und hat dafür wirklich alles aufgegeben. In dem Moment, wo er erledigt ist, hat er alles erledigt.

Durch Jesus ist mein und dein Weg zu Gott, unserem Vater, frei. Deshalb dürfen wir die drei Worte “Es ist vollbracht!“ in den nächsten Wochen besonders auf uns wirken lassen und bewusst die Passionszeit erleben, die auf den Tief- und zugleich Höhepunkt unserer Weltgeschichte hinweist.

 

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